Verwertung belasteter Schlämme aus dem Gotthard-Basistunnel

Beim Bau des Gotthard-Basistunnels fallen grosse Mengen schlammartiger Materialien an.

Die entwässerten Schlämme sind zum Teil erheblich mit Kohlenwasserstoffen, Nitrit und Chromat belastet. Die Belastungen stammen vom Einsatz von Schmiermitteln, Treibstoffen und Hydraulikflüssigkeiten, Sprengmitteln sowie vom Rückprall und von Auswaschungen aus den eingesetzten Spritz- und Ortsbetonen. Die Schlämme aus der Aufbereitung des Tunnelwassers weisen so hohe Belastungen auf, dass sie auf entsprechenden Deponien entsorgt werden mussten. Eine Verschärfung der gesetzlichen Vorschriften führte dazu, dass sich die betreffende Schlammmenge im Laufe der Bauzeit weiter erhöhte. Dies führte zu erheblichen Mehrkosten im Projekt. Daraufhin wurde ein neues Vorgehenskonzept erarbeitet, mit dem die wirtschaftliche und gesetzeskonforme Entsorgung bzw. Verwertung der belasteten Schlämme sichergestellt wird. Als Ergebnis einer internationalen Ausschreibung werden seit Juli 2006 die stark belasteten Tunnelwasserschlämme als Rohmehlersatz in der Zement- bzw. Ziegelei- Industrie verwendet. Der Artikel beschreibt, wie aus einem problematischen Bauabfall ein Baurohstoff wurde und dadurch natürliche Ressourcen und Deponievolumina geschont und Kosten eingespart werden.
Autor(en)
A. Hitz, D. Marti, T. Reinecke, W. Schneebeli
Contentpartner
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft
Publikation
DepoTech (2006) (November 2006)
Verkaufspreis
€ 5,00 oder im Premium-Abonnement enthalten