Vollzugsherausforderungen bei zweckentfremdetem Lachgas
Lachgas wird in Medizin, Lebensmittelherstellung und Technik vielfältig eingesetzt. Parallel zu diesen legitimen Anwendungen hat sich in den vergangenen Jahren eine kommerziell organisierte Zweckentfremdung zum rekreativen Inhalationskonsum etabliert. Begünstigt durch die rechtlich zulässige Vermarktung als Lebensmittelzusatzstoff, niederschwellige Verfügbarkeit und teils verharmlosenden Marketingstrategien entsteht ein Spannungsfeld zwischen wirtschaftlicher Handlungsfreiheit und dem Schutz der öffentlichen Gesundheit. Die harmonisierte Einstufung von Lachgas als reproduktionstoxisch (Kategorie 1B) unterstreicht den gesundheitlichen Handlungsbedarf.
Der Beitrag analysiert die regulatorischen und vollzugspraktischen Herausforderungen, die sich aus dem Fehlen spezifischer Regelungen in der Schweiz, aber auch anderen europäischen Staaten ergeben. Schwierigkeiten zeigen sich insbesondere im Umgang mit beschlagnahmter Ware bei Transport, Lagerung und Vernichtung. Angesichts heterogener nationaler Ansätze wird deutlich, dass wirksame Massnahmen eine kohärente, vollzugstaugliche Rechtsgrundlage erfordern, die den gesamten Produktzyklus bis zur endgültigen Vernichtung erfasst.
Autor(en)
Christian Kropf, Stéphanie Samartin
Contentpartner
© Lexxion Verlagsgesellschaft mbH
Publikation
StoffR 01 / 2026 (April 2026)
Verkaufspreis
€ 25,00