Vergleich vorgelagerter Umweltwirkungen bei Gründachsubstraten mit Ersatzbaustoffen

Der zunehmende Bau von Gründächern erfordert große Mengen an Substraten, deren ökologische Bewertung für eine nachhaltige Stadtentwicklung entscheidend ist. Vorgestellt werden Ergebnisse einer Untersuchung der Umweltwirkungen von mineralischen Ersatzbaustoffen in Gründachsubstraten im Vergleich zu Primärrohstoffen. Hinweise für Planung, Forschung und Praxis werden gegeben, das Potenzial dieser Stoffe zur Ressourcenschonung wird sichtbar. Folgerungen für die Entwicklung und Anwendung von Gründachsubstraten werden abgeleitet.

Kompakt: 
  • Der stetige Zubau an Gründächern unterstreicht die Bedeutung, Gründachsubstrate künftig ressourcen- und umweltschonender zu gestalten.
  • Mineralische Ersatzbaustoffe zeigen ökobilanziell geringere Umweltwirkungen gegenüber Primärrohstoffen und sind daher als ressourcenschonend zu bewerten.
  • Materialwahl, Herstellungsprozess und Logistik sind integrativ zu betrachten und entscheidend für ökologische Vorteilhaftigkeit.
 
Die zunehmende Bedeutung von Gründächern im Kontext der Klimaanpassung und nachhaltigen Stadtentwicklung rückt auch alternative Substrate stärker in den Fokus. Dachbegrünungen leisten einen wichtigen Beitrag zur Regenwasserrückhaltung, zur Minderung städtischer Wärmeinseln sowie zur Förderung der Biodiversität [1]. Gleichzeitig erfordert ihre großflächige Umsetzung erhebliche Mengen an Substraten, deren Herstellung und Zusammensetzung aus ökologischer Sicht kritisch zu betrachten sind. Daher gewinnen mineralische Ersatzbaustoffe (MEB) als Substratkomponenten zunehmend an Relevanz. Klassische Gründachsubstrate sind in der Regel mineralisch dominierte Leichtsubstrate. Sie bestehen überwiegend aus Lava, Bims, Blähton, Blähschiefer, Sand oder Ziegelsplitt und enthalten ergänzend einen Anteil organischer Substanz. Dieser stammt vor allem aus Kompost, zum Teil auch aus Torf, Kokosfaser sowie zersetzter Rinde oder Sägemehl [2], [3]. Extensivsubstrate sind zumeist mineralisch und nährstoffarm aufgebaut, da extensive Dachbegrünungen als leichte, strukturstabile und pflegearme Systeme für an Trockenheit und Nährstoffarmut angepasste Vegetation konzipiert sind. Intensivsubstrate können demgegenüber einen höheren Anteil organischer Substanz aufweisen. Durch ihre größere Substratmächtigkeit wird zudem ein höheres Wasserspeichervermögen ermöglicht [4].
Autor(en)
Petra Schneider, Jonas Kannengießer, Conrad Dorer, Gina Wilhelm, Alexander Marx
Contentpartner
© Springer Vieweg
Publikation
Wasser und Abfall 05 / 2026 (Mai 2026)
Verkaufspreis
€ 10,00