Leitfaden zur Zustandsverbesserung von bestehenden extensiven Gründächern

Gründächer sind eine etablierte Maßnahme zur Klimaanpassung. Der Fokus liegt bislang vor allem auf dem Ausbau statt auf der Optimierung des Bestands. Ein Priorisierungsschema identifiziert Bestandsgründächer in vulnerablen Zonen, um allgemeine Optimierungsstrategien abzuleiten. Zudem erfolgt die methodische Einordnung von Drohneninspektionen.

Als eine der am schnellsten wachsenden Städte Deutschlands [1] ist Leipzig zunehmend von baulicher Verdichtung betroffen, was zu einem Rückgang verfügbarer Grünflächen führt [2]. Dadurch verstärken sich die Auswirkungen des Klimawandels [3], etwa durch häufigere Hitzeperioden, längere Trockenphasen und stärkere Starkregenereignisse. Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, setzt die Stadt Leipzig unter anderem auf Dachbegrünungen als Maßnahme zur Klimaanpassung [4]. Begrünte Dächer können das städtische Umfeld abkühlen und Niederschlagswasser zurückhalten [5]. Auf diese Weise tragen sie dazu bei, klimatische Belastungen im Stadtgebiet zu mindern [5]. Um den Ausbau von Gründächern zu fördern, unterstützt die Stadt Leipzig mit einem Förderprogramm seit dem Jahr 2020 Dachbegrünungen finanziell [6] und fordert deren Umsetzung zusätzlich durch Begrünungssatzung, die im Jahr 2024 erlassen wurden [7]. Die Anzahl und die Fläche von Gründächern in Leipzig steigen dadurch kontinuierlich. Mit einem Gründach-Index von etwa 0,6 m² Gründachfläche pro Einwohner [8] belegt die Stadt Platz 16 von 22 teilnehmenden Städten und bleibt damit deutlich hinter Städten wie Stuttgart (Index = 4,1) oder Düsseldorf (Index 1,9) zurück [9]. Dies weist darauf hin, dass beim Ausbau von Dachbegrünungen, gemessen an Einwohnerzahl und begrünter Dachfläche, weiterhin ein großes Entwicklungspotenzial besteht [8], [10], [11], [12], [13], [14].
Autor(en)
Lukas Müller, Melanie Ruzanski, Anett Richter, Björn Höhlig
Contentpartner
© Springer Vieweg
Publikation
Wasser und Abfall 05 / 2026 (Mai 2025)
Verkaufspreis
€ 10,00