PFAS sind bei der Klassifizierung von Rückbaumassen eine Herausforderung für die Kreislaufwirtschaft
PFAS stecken in mehr Bauprodukten, als lange angenommen wurde und werden damit zur wachsenden Herausforderung für Rückbau und Recycling. Ein Thema mit großer Relevanz für die Zukunft der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen. Dargestellt werden Risiken, regulatorische Lücken und praktische Folgen für die Bauabfallwirtschaft
Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) sind eine Stoffgruppe von mehr als 10.000 Verbindungen, die weit verbreitet und oft schwer zu erkennen sind. Sie werden vor allem wegen ihrer wasser- und schmutzabweisenden Eigenschaften sowie ihrer hohen chemischen und thermischen Stabilität in zahlreichen Baumaterialien und Zusatzstoffen eingesetzt. PFAS sind keine einheitliche Stoffgruppe: Einige Substanzen sind als gesundheitsschädlich bekannt, andere haben unterschiedliche Risikoprofile. Wegen ihrer weitreichenden Anwendungsmöglichkeiten, ihrer Verfügbarkeit und weil die potenziell gesundheitsschädlichen Eigenschaften lange Zeit unbekannt waren, gibt es bislang keinen systematischen Überblick über ihr tatsächliches Vorkommen und ihre Mengen in Bauprodukten. Zugleich begünstigt die chemische Struktur der PFAS, mit der äußerst stabilen Kohlenstoff?Fluor?Bindung, ihre Persistenz: Einmal eingebracht, verbleiben viele PFAS über sehr lange Zeiträume im Stoffkreislauf und lassen sich ohne hochenergetische thermische Verfahren kaum zerstören. Aufgrund dieser Persistenz und der Möglichkeit, in persistentere Abbauprodukte überzugehen, ist die Verwendung von PFAS in langlebigen Bauprodukten besonders problematisch. Es ist daher davon auszugehen, dass PFAS sowohl in bestehenden Gebäuden als auch in neuen Produkten weit verbreitet sind.
Autor(en)
Malte Rebentisch, Yvonne Sutter
Contentpartner
© Springer Vieweg
Publikation
Wasser und Abfall 06 / 2026 (Juni 2026)
Verkaufspreis
€ 10,00