Entwicklung der Stressoren für Lachspopulationen im Rheineinzugsgebiet
Seit etwa 10 Jahren rückläufige Bestandszahlen von Lachsen und anderen anadromen Wanderfischen im Rhein deuten darauf hin, dass ein oder mehrere Stressoren zugenommen haben und die Populationen negativ beeinträchtigen. Eine im Auftrag der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) durchgeführte Datenanalyse kommt zu dem Ergebnis, dass multifaktorielle Ursachen, wie marine Mortalität, Prädation und Schiffsverkehr sowie Wasserkraftanlagen, für den Rückgang verantwortlich sind, wobei zunehmend geringere Abflüsse im Rheinsystem die Wirkung diverser Stressoren erhöhen.
Am Rhein sind die Lachs-Rückkehrerzahlen trotz anhaltend hohen Besatzaufwands und zwischenzeitlich umfangreicher natürlicher Reproduktion [1] seit 2014/2015 stark rückläufig (Rückgang der Rückkehrerraten und Reproduktion). Von dem Rückgang sind auch andere anadrome Arten, wie Meerforelle, Maifisch und Meerneunauge, betroffen. Eine im Auftrag der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) angefertigte Studie [2] zeigt auf, welche Stressoren für anadrome Arten bestehen (teilweise mit Verortung). Ein wesentliches Ziel der Studie liegt in dem Vergleich der Bestandssituation und der Stressoren zu Beginn der 2000er-Jahre und der aktuellen Situation, also der Hervorhebung, welche Stressoren bestehen (wo möglich mit Verortung und Hierarchisierung) und im entsprechenden Zeitraum in ihrer Wirkung zugenommen haben. Bild 1 zeigt die Abfolge der Analyseschritte von der Datenerhebung bis zu den Ergebnissen und der Ableitung von Maßnahmenvorschlägen.
Autor(en)
Jörg Schneider, Timo Seufert, Roman Fricke
Contentpartner
© Springer Vieweg
Publikation
WasserWirtschaft 06 / 2026 (Juni 2026)
Verkaufspreis
€ 10,00