Geodätisches Staumauer- und Reservoir-Monitoring mit satellitengestützten Messverfahren
Die geodätische Überwachung der Enguri-Staumauer und des Reservoirs erfolgt mittels GNSS- und InSAR-Methoden zur satellitengestützten Erfassung von Deformationen. Ein Netzwerk aus GNSS-Stationen und Radarreflektoren ermöglicht ein präzises Strukturmonitoring der Staumauer und bietet zugleich die Grundlage für die Erfassung regionaler Deformationen mit hoher zeitlicher Auflösung. Die Kombination beider Methoden liefert wertvolle Informationen zur langfristigen Stabilität und dynamischen Entwicklung des Bauwerks und der umliegenden Region.
Die geodätische Überwachung von Staumauern und deren Umgebung spielt eine zentrale Rolle bei der Bewertung der Stabilität und Sicherheit von Talsperren. Im Rahmen des Deformationsmonitorings in der Enguri-Region wurde eine umfassende geodätische Infrastruktur implementiert, die das bestehende terrestrische Netz durch den Einsatz satellitenbasierter Methoden erweitert, um regionale und lokale Verformungsprozesse hochauflösend zu erfassen und zu analysieren. Dabei liegt der Fokus auf der Untersuchung von Wechselwirkungen zwischen Wasserspiegelvariationen im Reservoir, tektonischen Prozessen und den daraus resultierenden Deformationsmustern. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Quantifizierung der reaktiven Verformung der Enguri-Staumauer, die durch Wasserstandsänderungen von bis zu 120 m induziert wird. Parallel dazu erfolgt die Überwachung potenzieller Oberflächenbewegungen entlang lokaler tektonischer Störungszonen.
Autor(en)
Jakob Weisgerber, Malte Westerhaus, David Svanadze, Hansjörg Kutterer
Contentpartner
© Springer Vieweg
Publikation
WasserWirtschaft 05 / 2026 (April 2026)
Verkaufspreis
€ 10,00