Deformationsmonitoring mittels bodengestützter SAR-Interferometrie

Die Studie präsentiert den Einsatz von Ground-Based Synthetic Aperture Radar (GB-SAR) für die flächenhafte und kontinuierliche Deformationsüberwachung von Stauanlagen am Beispiel der Enguri-Talsperre in Georgien. Die zeitreihenbasierte interferometrische Auswertung ermöglicht die Schätzung von robusten Tageslösungen der Staumauerbewegung. Es wird die Modellanpassung eines Hydrostatic-Season-Time-Modells sowie der Vergleich mit GNSS-Bewegungsmessungen gezeigt.

Die geodätische Überwachung ist, ergänzend zur visuellen Inspektion, eine zentrale Aufgabe im Rahmen der kontinuierlichen Sicherheitsbewertung von Stauanlagen. Klassische geodätische Messnetze, wie etwa in [1] und [2] beschrieben, gehörten lange Zeit zu den gängigen Methoden zur Erfassung globaler Deformationen von Staumauern. Seit den frühen 1980er-Jahren werden sie jedoch zunehmend nur noch zur gelegentlichen Überprüfung absoluter Verschiebungen der Staumauer, ihres Fundaments und der Uferbereiche eingesetzt [3]. Dies gilt insbesondere für hohe Stauanlagen aus Beton und Mauerwerk, bei denen heutzutage meist Pendelmessungen bevorzugt werden. Solche Pendel, die in vertikalen Schächten installiert sind, existieren in zwei Varianten: als hängende Pendel mit Festpunkt am oberen Ende oder als inverses Pendel, das oben durch ein Auftriebssystem gestützt wird. Die Überwachung erfolgt üblicherweise ein- bis zweimal monatlich oder häufiger, sofern eine automatisierte Erfassung und Datenübertragung gewährleistet ist.
Autor(en)
Matthieu Rebmeister, Andreas Schenk, Frédéric Andrian, Stefan Hinz
Contentpartner
© Springer Vieweg
Publikation
WasserWirtschaft 05 / 2026 (April 2026)
Verkaufspreis
€ 10,00