Seismisches Monitoring im Betrieb der Enguri-Stauanlage

Im Umfeld der Enguri-Talsperre sowie im Nenskra-Tal wurde ein leistungsfähiges seismologisches Messnetz installiert, um lokale natürliche und durch Stauseen bedingte Erdbeben zu erfassen. Der Beitrag beschreibt Aufbau und Betrieb des Monitoring-Systems, die Qualität der aufgezeichneten Daten und erste Ergebnisse zur Seismizität. Ziel ist es, die Grundlage für eine verbesserte Risikoabschätzung und die Sicherheit bestehender und geplanter Talsperren zu schaffen.

Die Enguri-Talsperre im Nordwesten Georgiens ist eine der größten Gewichtsstaumauern der Welt und stellt sowohl für die Energieversorgung als auch für den Schutz der umliegenden Bevölkerung eine kritische Infrastruktur dar. Der sichere und nachhaltige Betrieb dieser Anlage erfordert ein engmaschiges Monitoring verschiedener Faktoren und interdisziplinare Bewertungsstrategien [1]. Die Überwachung seismischer Aktivität spielt eine zentrale Rolle in der seismisch aktiven Region [2], [3], [4]. Angesichts potenzieller Gefährdungen durch natürliche Erdbeben und sogenannte reservoir-induzierte Seismizität - also seismische Aktivität, die durch das Befüllen oder den Betrieb eines Stausees ausgelöst werden kann [5] -, ist ein kontinuierliches, hochauflösendes seismologisches Monitoring unerlässlich.
Autor(en)
Michael Frietsch, Nazi Tugushi, Nasim Karamzadeh, Nino Tsereteli, Emmanuel Gaucher, Andreas Rietbrock
Contentpartner
© Springer Vieweg
Publikation
WasserWirtschaft 05 / 2026 (April 2026)
Verkaufspreis
€ 10,00