Obere Isar 2030+: ein multifunktionales Speicherverbundsystem

Seit rund 100 Jahren führen die Überleitungen zu den Wasserkraftanlagen an Achen- und Walchensee zu einem Wassermangel an der Oberen Isar. Infolgedessen bessert seit 1959 der Sylvensteinspeicher in Niedrigwasserphasen die Abflusssituation an der Oberen Isar auf. Um den benötigten Mindestabfluss der Isar in München sicherzustellen, könnte der Walchensee zukünftig auch gezielt die Niedrigwasseraufhöhung der Isar unterstützen. Ein multifunktionales Speicherverbundsystem aus Sylvensteinspeicher und Walchensee würde darüber hinaus auch den Hochwasserschutz der Unterlieger verbessern.

Anfang des 20. Jahrhunderts erkannte man das Energiepotenzial zwischen Walchen- und Kochelsee (Höhenunterschied: ca. 200 m) sowie zwischen Achensee und Inn (Höhenunterschied: ca. 380 m) und baute Wasserkraftwerke zur Stromerzeugung. Da die Abflussbildung der relativ kleinen Seeeinzugsgebiete vergleichsweise gering ist, leitete man zusätzlich die Isar, den Finz- und Kranzbach in den Walchensee sowie den Ampelsbach (inkl. Pumpwerk Achenkirch) in den Achensee über. Nach dem Zweiten Weltkrieg erweiterte man das Walchenseesystem mit dem Riß-, Fisch- und Alpenbach sowie das Achenseesystem mit Dürrach, Kessel- und Unteraubach [1], [2], [3].
Autor(en)
Tobias Lang, Johannes Bellinger, Moritz Stöß
Contentpartner
© Springer Vieweg
Publikation
WasserWirtschaft 02-03 / 2026 (März 2026)
Verkaufspreis
€ 3,00