Instationäre probabilistische Analysen an homogenen Flussdeichen

Angesichts variabler Einwirkungen verdeutlichen insbesondere extreme Hochwasserereignisse mit unterschiedlichen Einstaudauern und hohen Wasserständen die Notwendigkeit einer realitätsnahen, zeitabhängigen Bewertung der Deichstandsicherheit. In diesem Beitrag werden probabilistische Zuverlässigkeitsanalysen unter Berücksichtigung instationärer Eingangsgrößen durchgeführt und anhand eines Fallbeispiels in Elchesheim-Illingen über die resultierende Versagenswahrscheinlichkeit mit herkömmlichen quasi-stationären Bemessungsmethoden verglichen.

Die Ertüchtigung bestehender Hochwasserschutzanlagen ist ein zentraler Bestandteil des modernen Hochwasserrisikomanagements (HWRM). Der dem HWRM zugrunde liegende Kreislauf teilt die Zeit zwischen zwei Hochwasserereignissen (HW) in die drei Phasen der Bewältigung (unmittelbar nach Auftreten eines HW), der Regeneration (nachhaltiger Wiederaufbau) sowie der Vorbeugung (Minderung des Hochwasserrisikos für ein folgendes HW). Letztgenannte steht im Fokus dieses Artikels. Im Falle einer Überflutung lässt sich das Hochwasserrisiko (HWR) formal als Produkt aus der Versagenswahrscheinlichkeit Pf eines Schutzsystems und den potenziellen Konsequenzen C eines Ereignisses beschreiben [1]:
HWR = Pf ( E ) ? C ( E )
Autor(en)
Marco Albert Öttl, Daniel Bachmann, Jens Bender, Jürgen Stamm
Contentpartner
© Springer Vieweg
Publikation
WasserWirtschaft 01 / 2026 (Januar 2026)
Verkaufspreis
€ 3,00