Einflussgrößen bei gekoppelten Starkregensimulationen

Für numerische 2-D-Simulationen von Oberflächenabflüssen infolge Starkregen stehen diverse Software-Programme bereit. Eine zunehmende Benutzerfreundlichkeit erlaubt eine unkomplizierte Ergebnisgenerierung auch für unerfahrene Modellierer. Die Ergebnisqualität hängt jedoch von der Qualität des Modells ab, wobei maßgebliche Parameter modellspezifisch zu wählen sind und nicht alleine durch Erfahrungswerte festgelegt werden können. Der Beitrag zeigt dies beispielhaft am Einfluss des Rechennetzes und der Rauheiten sowie der Berücksichtigung von Abflusshindernissen und großen Fließgewässern.

Hydronumerische, instationäre 2-D-Modellierungen sind heute ein entscheidendes Werkzeug bei der Bewertung von Starkregengefährdungen. Diese Methode der hydraulischen Gefährdungsanalyse erlaubt neben der Feststellung relevanter Abflusswege und Überflutungsbereiche die Quantifizierung von Fließtiefen und -geschwindigkeiten auf Grundlage der sogenannten Flachwassergleichungen. Zunehmend gefordert sind gekoppelte Modelle, welche den bidirektionalen Massenaustausch zwischen Oberfläche und Kanalnetz abbilden können. Diese Modelle ermöglichen eine besonders realitätsnahe Abbildung und stellen derzeit den methodisch fundiertesten Ansatz dar, wenn es darum geht, die Leistungsfähigkeit des Kanalnetzes in der Starkregengefährdungsanalyse zu berücksichtigen. Zwar ist die Kritik berechtigt, dass die Leistungsfähigkeit des Kanalnetzes bei den in der Starkregenanalyse typischerweise betrachteten Jährlichkeiten und Niederschlagshöhen (z. B. in NRW: T = 30 a, T = 100 a, N = 90 mm in D = 60 min) häufig überschritten wird und eine Aufnahme des Oberflächenwassers daher nur begrenzt möglich ist. Dennoch erscheint die Nutzung der heute verfügbaren technischen Möglichkeiten zur Erzielung möglichst realitätsnaher Modellergebnisse fachlich sinnvoll.
Autor(en)
Daniel B. Bung, Amin Marvani
Contentpartner
© Springer Vieweg
Publikation
WasserWirtschaft 01 / 2026 (Januar 2026)
Verkaufspreis
€ 3,00