Unionsrechtliche Eckpunkte für die Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie
Die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie harrt der näheren Umsetzung. Zugleich steht der Circular Economy Act vor der Tür. Umso wichtiger sind maßgebliche unionsrechtliche Eckpunkte, die sich bereits jetzt zeigen und auf die sich die deutsche Kreislaufwirtschaftsstrategie am besten bereits jetzt ausrichtet, um tiefgreifende Divergenzen zu vermeiden.
Die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) wurde schon am 4.12.2024 von dem damals in der Ampel-Regierung verbliebenen rot-grünen Kabinett verabschiedet und ohne Änderungen im schwarz-roten Koalitionsvertrag vom 9.4.2025 in Bezug genommen.1 Nach seiner Grundkonzeption sollen Sekundärrohstoffe möglichst weitgehend Primärrohstoffe ersetzen und daher doppelt so stark eingesetzt werden, um Ressourcen zu schonen. Zudem ist die Gewinnung, Verbringung und Aufbereitung von Primärrohstoffen regelmäßig wesentlich klimaschädlicher als der Einsatz von Sekundärrohstoffen, wenn für deren Gewinnung nicht eine sehr aufwendige Behandlung erforderlich ist, die ihrerseits in erheblichem Umfang CO2-Emissionen entstehen lässt. Die NKWS verweist eigens auf den Beitrag einer zirkulären Wirtschaft und der Ressourcenschonung für Klimaneutralität und Dekarbonisierung, indem etwa in der Grundstoffindustrie wie bei der Produktion von Stahl, Aluminium, Kunststoffen und Zement/Beton durch verstärkte Kreislaufführung und Nutzung sekundärer Rohstoffe in erheblichem Umfang THG-Emissionen und Energieverbräuche reduziert werden:
„In zentralen Branchen unserer Wirtschaft wird der überwiegende Teil der THG-Emissionen nicht bei der Produktion der Endprodukte, sondern bei der Gewinnung von Rohstoffen und der Herstellung von Vorprodukten verursacht. In der Chemieindustrie, im Maschinenbau und im Fahrzeugbau liegt der Anteil dieser THG-Emissionen beispielsweise zwischen 60 und 80 Prozent. Das Potenzial zur Reduktion durch zirkuläres Wirtschaften ist daher erheblich."
Autor(en)
Prof. Dr. Walter Frenz
Contentpartner
© Lexxion Verlagsgesellschaft mbH
Publikation
AbfallR 01 / 2026 (Februar 2026)
Verkaufspreis
€ 32,00