Status quo und Prognose des Bedarfs und der Verfügbarkeit von Rezyklaten im Jahr 2030

Der Einsatz von Rezyklaten in Endverbraucherprodukten ist ein zentraler Faktor für die Realisierung der Kreislaufwirtschaft mit Kunststoff. Vor dem Hintergrund gesetzlicher Vorgaben in Form von Rezyklateinsatzquoten sowie auch marktbedingter Nachfragemengen einzelner Sektoren, vor allem in den Bereichen Verpackung und Automobil, wurde zunächst der Status quo hinsichtlich des Rezyklateinsatzes ermittelt sowie für das Jahr 2030 der Bedarf und die Verfügbarkeit von Rezyklaten aus dem Endverbraucherbereich in zwei Prognosemodellen abgeschätzt. Die Ergebnisse deuten auf künftige Angebotslücken von Rezyklaten sowohl für Deutschland als auch für den europäischen Raum, bezogen auf die Länder EU-27+3, hin. Die Untersuchungen zeigen die Notwendigkeit einer sehr deutlichen Intensivierung der Anstrengungen für Recycling und Kreislaufwirtschaft der Endverbraucherprodukte auf.

Die Transformation der Wirtschaft, das Erreichen der Klimaschutzziele und die Defossilisierung durch Kreislaufführung Kohlenstoff stehen in unmittelbarem Zusammenhang. Zu letzterer leistet unter anderem die Kreislaufwirtschaft mit Kunststoff einen wesentlichen Beitrag. Bei einer Lebenswegbetrachtung des Werkstoffs Kunststoff werden die wichtigsten Meilensteine ersichtlich: die Materialherstellung und dessen Einsatz in Endprodukten, die Nutzenphase, die Erfassung kunststoffhaltiger Endverbraucherabfälle, deren Behandlung und Recycling sowie schließlich die Herstellung von Rezyklaten aus den unterschiedlichen Recyclingverfahren bis zum Einsatz der so gewonnenen Rezyklate in neuen Endverbraucherprodukten. Der Rezyklateinsatz in neuen Produkten ist also ein elementares Bindeglied für die Kreislaufführung des Werkstoffs Kunststoff.

Autor(en)
Ingo Sartorius
Contentpartner
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Publikation
37. Abfall- und Ressourcenforum (2026) (April 2026)
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