KI-gestütztes Röntgensortiersystem zur LiPo-Detektion im Verpackungsabfall – Entwicklung, Abtrennung kritischer Akkus und Betriebserfahrungen

Ein aktuell zentrales Problem in der Sortierung von Leichtverpackungen aus der getrennten Wertstoffsammlung (LVP-Sortierung) ist das Aufkommen fehlentsorgter Elektroaltgeräte – insbesondere kleiner Geräte wie z. B. Smartphones, elektrische Zahnbürsten oder Powerbanks – die Lithium-Ionen-Akkus enthalten. Solche Geräte gehören eigentlich zum Elektronik-Schrott, landen aber fälschlicherweise im LVP und gelangen so in die Sortieranlagen.

Beschädigungen an Lithium-Akkus während des Sortierprozesses können Brände verursachen, was ein erhebliches Risiko für Anlagen und Personal darstellt. Laut dem Bundesverband der Entsorgungswirtschaft (BDE) kommt es in Deutschland jährlich zu über 10.000 Bränden in Abfallsortieranlagen, von denen rund 80 % durch Lithium-Ionen-Batterien in falsch entsorgten Geräten ausgelöst werden. Die Folgekosten solcher Brände werden auf etwa eine Milliarde Euro pro Jahr geschätzt. Lithium-betriebene Kleingeräte im LVP-Strom stellen also gefährliche Störstoffe dar, deren frühzeitige Erkennung und Entfernung entscheidend ist, um Brände in der Anlage zu verhindern und erhebliche Sachschäden zu vermeiden.
 
Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderten Forschungsvorhabens K3I-Cycling (KI-gestützte Optimierung der Kreislaufführung von Kunststoffverpackungen) das Sortiersystem DangerSort entwickelt. DangerSort kombiniert Röntgentechnologie mit künstlicher Intelligenz (KI), um gefährliche Lithium-Akkus im Abfallstrom automatisch zu detektieren und auszuscheiden.
Autor(en)
Johannes Leisner, Jochen Ebbing, Lara Jürgens, Michael Kalb
Contentpartner
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Publikation
37. Abfall- und Ressourcenforum (2026) (April 2026)
Verkaufspreis
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