Barotrauma von Larven und Jungfischen bei der Turbinenpassage

Mittels einer eigens konstruierten Barotraumakammer wurden unterschiedliche Larven- und Jungfischstadien repräsentativer europäischer Flussfischarten (Äsche, Flussbarsch, Nase, Rotauge) systematisch Druckverläufen ausgesetzt, welche in Turbinen von Laufwasserkraftwerken vorherrschen. Es wurden deutliche art- und stadienspezifische Unterschiede in den Mortalitätstraten festgestellt, wobei vor allem der Entwicklungsstatus und Typ der Schwimmblase einen wesentlichen Einfluss auf die Schädigungen unterschiedlicher Größenklassen und Arten hatte.

Das Barotrauma stellt für Fische neben dem direkten Kontakt mit den Schaufelblättern einer Turbine eines Laufkraftwerkes (Blade-Strike) die Hauptursache von Schädigungen im Zuge einer flussabwärts gerichteten Turbinenpassage dar. Barotraumaschäden werden dabei durch das abrupte Ausdehnen der Schwimmblase bei der Durchwanderung der Turbinen durch eine plötzliche Druckentlastung verursacht. Der niedrigste auftretende Druck wird hierbei als Nadir bezeichnet. Ausschlaggebend für den Grad der Schädigungen ist das Verhältnis zwischen dem Ausgangsdruck, an den sich die Fische entsprechend der Aufenthaltstiefe im Wasser akklimatisiert haben (101 kPa an der Wasseroberfläche bzw. Erhöhung um ca. 10 kPa pro m Wassertiefe) und dem direkt unterwasserseitig der Turbine auftretenden Nadir, da dies die Ausdehnung der Schwimmblase bestimmt.
Autor(en)
DI Dr., MSC Andreas Zitek, Mag. Wolfgang Gessl, Mag. Peter Mehlmauer, Mag. Clemens Ratschan, Maximilian Zauner
Contentpartner
© Springer Vieweg
Publikation
WasserWirtschaft 09 / 2025 (September 2025)
Verkaufspreis
€ 10,00