Nullenergiebewässerung als Pilotprojekt der zukünftigen mediterranen Landwirtschaft
Die Landwirtschaft steht in Anbetracht des Klimawandels, dem dadurch erhöhten Nutzungsdruck sowie einer Verknappung der Wasserressourcen vor der Notwendigkeit, eine nachhaltige und effiziente Bewässerung einzurichten. Hier lohnt ein Blick auf die Erfahrungen mit der PV-gestützten Bewässerung im mediterranen Raum, weil auch für die deutsche Landwirtschaft ein immer größer werdender Bewässerungsbedarf prognostiziert wird.
Die globale Landwirtschaft beansprucht knapp 70 % der weltweiten Trinkwasservorräte. Bewässerung ist für circa 40 % der produzierten Nahrungsmittel nötig, welche 20 % der weltweiten Anbauflächen einnehmen. Landwirtschaft steht besonders in Anbetracht des Klimawandels und der Verknappung der Wasserressourcen zunehmend unter Druck, sodass nachhaltige und effiziente Bewässerung notwendiger wird. Das mit 3,9 Mio. Euro von der EU finanzierte Projekt MASLOWATEN (= MArketuptake of an innovative irrigation Solution based on LOW WATer-ENergyconsumption) wurde 2015 – 2018 unter der Koordination der Polytechnischen Universität Madrid in Kollaboration mit spanischen, italienischen und portugiesischen Universitäten sowie 13 Wasserakteuren verschiedener Branchen aus ganz Europa durchgeführt. Als hauptsächliches Ziel galt, die Marktattraktivität von Nullenergie- Bewässerung erhöhen. Um dies zu ermöglichen, wurden fünf intelligente solargestützte Bewässerungssysteme in Marokko, Portugal, auf Sardinien und in Spanien installiert. Die PV-Anlagen laufen entweder selbstständig, in Kombination mit Dieselmotorpumpen oder dem öffentlichen Stromnetz, wobei alle Pilotanlagen zusammen eine Spitzenleistung von 820 kWp aufweisen.
Autor(en)
Wiebke Geppert
Contentpartner
© Springer Vieweg
Publikation
Wasser und Abfall 02-03 / 2024 (März 2024)
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