Leuchtturmprojekt der wassersensitiven Stadtgestaltung in Mannheim
Wassersensitive Stadtgestaltung (Water Sensitive Urban Design: kurz WSUD) ist ein Thema, über das in Deutschland eher wenig gesprochen wird, obwohl in den letzten Jahren durch die spürbaren Folgen des Klimawandels bereits ein gesteigertes Bewusstsein für das Thema Wasser im Kontext von Stadtgestaltung entstanden ist. WSUD ist jedoch als planerische Disziplin ein effektives Werkzeug der klimaresilienten Stadtplanung, das unsere urbanen Wasserkreisläufe an den lokalen Kontext anpasst.
In Mannheim entsteht derzeit eine neue Wohnsiedlung, die sämtliche internen und externen Wasserströme als wertvolle Ressource betrachtet und diese im Rahmen eines integrierten Wassermanagements nahezu vollständig recycelt. Durch die angestrebte Reduktion des Trinkwasserbezuges um bis zu 60 % wagt die Siedlung erste Schritte in Richtung einer Zero-Water- City. Es ist die Annäherung an eine urbane Vision, die die Wasserversorgung und -Entsorgung in städtischen Quartieren unabhängiger und dezentraler gestalten will. Zugleich legt das Projekt damit den Grundstein zu einer Klimaanpassung, in deren Mittelpunkt die Vermeidung von Hitzeinseln, lokalem Hochwasserschutz und die Versorgungssicherheit stehen.
Autor(en)
Simon Gehrmann, Prof. Dr.-Ing. Annette Rudolph-Cleff
Contentpartner
© Springer Vieweg
Publikation
WasserWirtschaft 02-03 / 2023 (März 2023)
Verkaufspreis
€ 10,00