Detektion und Management von Trockenheiten mit Einfluss auf die Talsperrenbewirtschaftung beim Ruhrverband

Der Ruhrverband betreibt im Ruhreinzugsgebiet ein aus acht Talsperren bestehendes Talsperrenverbundsystem, welches seit vollständiger wassermengenwirtschaftlicher Verfügbarkeit der Biggetalsperre im Jahr 1968 ein Gesamtstauvolumen von 462,89 Mio. m³ umfasst. Ursprünglich hatte das Talsperrenverbundsystem die Hauptaufgabe, das aus der Ruhr schädlich entzogene Wasser zu ersetzen.

Mehrjährige Niederschlagsdefizite im Ruhreinzugsgebiet bedingten die Entwicklung sowie Etablierung eines angepassten situationsgerechten Niedrigwassermanagements, für welches die rechtzeitige Detektion und die entsprechende Bewertung kritischer Dürresituationen notwendig sind. Daher wurde eine wassermengenwirtschaftliche Beurteilungsgrundlage entwickelt, die die aktuelle hydrometeorologische und wassermengenwirtschaftliche Situation unter Einbeziehung von Prognosen in Managementphasen einordnet. Die Einordnung erfolgt anhand der Parameter standardisierter Niederschlagsindex (Standardized Precipitation Index, SPI), Stauinhalt, Stauinhaltsgradient und Bodenfeuchte, welche jeweils unter Anwendung eines Perzentilansatzes bewertet werden. Die wassermengenwirtschaftliche Beurteilungsgrundlage kam im Abflussjahr 2020 erstmalig zur Anwendung und zeigte in der Evaluierung anhand der Abflussjahre 2014 bis 2020 gute Ergebnisse.
Autor(en)
Anne Becker, Georg zur Strassen
Contentpartner
© Springer Vieweg
Publikation
WasserWirtschaft 06 / 2023 (Juni 2023)
Verkaufspreis
€ 10,00