Alte Schiebertürme an der Urfttalsperre werden erdbebensicher

Die in der Nordeifel gelegene Urfttalsperre wurde in den Jahren 1900 bis 1905 nach den Plänen von Prof. Intze erbaut und dient mit einem Stauvolumen von 45,5 Mio. m³ bis zum heutigen Tag dem Hochwasserschutz, der Brauchwasserversorgung und der Stromerzeugung. Das als Schwergewichtsmauer konzipierte Sperrbauwerk besteht vollständig aus Bruchsteinmauerwerk und weist in Talmitte eine Fußbreite von 50,5 m und eine Höhe von 58 m auf. Bis zu einer Höhe von etwa 34 m ist der Staumauer im unteren Bereich der aus Hangschutt und Felsgeröll bestehende sogenannte Intzekeil vorgelagert.

Zur Gewährleistung der Standsicherheit im Erdbebenfall mussten die wasserseitigen Schiebertürme der Urfttalsperre verstärkt werden. Auf Grundlage des mit dem Laserscanner Leica BLK360 erzeugten 3-D-Modells kam für die beiden mauernahen Grundablasstürme eine innenliegende Verstärkung mittels eingebrachter Stahlröhren zur Ausführung. Nach dem Aushärten des im Anschluss zwischen Stahlrohr und Turmwandung eingebrachten Betons können hierüber die im Erdbebenfall auftretenden Kräfte sicher aufgenommen und in den Untergrund abgeleitet werden.
Autor(en)
Dipl.-Ing. Richard Gronsfeld, Jana Wirtz
Contentpartner
© Springer Vieweg
Publikation
WasserWirtschaft 06 / 2023 (Juni 2023)
Verkaufspreis
€ 10,00