Grenzüberschreitende Verbringung von recyclebaren Abfällen zur sonstigen Verwertung
Abfall- und verbringungsrechtliche Probleme am Beispiel der Entsorgung von recyclebaren Gipskartonabfällen aus Deutschland in der Tschechischen Republik
Gips ist ein Baustoff, der in den letzten Jahrzehnten in Deutschland mit steigender Tendenz nach gefragt wurde. Besondere Bedeutung hat die Verwendung in Form von Gipskartonplatten, insbesondere für den Innenausbau von Gebäuden. Die Nachfrage nach Gips wird derzeit zu ca. 60 % durch Rauchgasentschwefelungsgips (REA-Gips), der als Nebenprodukt insbesondere aus der Kohleverstromung anfällt, und zu ca. 40 % durch die Gewinnung aus Naturgipsvorkommen in Deutschland befriedigt. Die Versorgung der Gipsindustrie mit REA-Gips wird aufgrund des angestrebten Ausstiegs aus der Kohleverstromung mittel- und langfristig jedoch sehr stark zurückgehen. Gleichzeitig stehen der Naturschutz und der Tourismus einer Ausweitung der Gipsgewinnung aus natürlichen Vorkommen entgegen, sodass eine Befriedigung der Nachfrage zukünftig mit Naturgips nicht möglich sein wird. Daher kommt dem Recycling von Gips eine besondere Bedeutung zu. Besondere Bedeutung als Recyclinggrundstoff haben aufgrund der großen Verbrauchsmengen Gipskartonplatten. Jährlich fallen in Deutschland ca. 280.000 Tonnen Gipskarton als Abfall aus Neubau-, Sanierungs- und Rückbau-/ Abrissmaßnahmen an (Stand: 2015), von denen 215.000 Tonnen als recyclingfähig gelten.
Autor: Dr. Christian Suhl
Autor: Dr. Christian Suhl
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© Lexxion Verlagsgesellschaft mbH
Publikation
AbfallR 04 / 2021 (Juli 2021)
Verkaufspreis
€ 32,00