Das Abfallende beim chemischen Recycling von Kunststoffabfällen

Es ist das Ziel der Kreislaufwirtschaft, Abfälle als wertvolle Rohstoffe zu nutzen, um auf diese Weise Ressourcen zu schonen und eine Beseitigung von Abfällen zugunsten der Verwertung zuminimieren. Dies gilt auch für Kunststoffabfälle: Diese können dem Grunde nach verschiedenen Formen einer Verwertung zugeführt werden, was dann zu einem nachhaltigeren Kohlenstoffkreislauf beitragen kann.

In der Praxis stellt sich dann angesichts der weitreichenden Konsequenzen der Anwendung des Abfallrechts die Frage, ab welchem Stadium des Verwertungsprozesses die Abfalleigenschaft entfallen kann, mithin unter welchen Voraussetzungen von einemAbfallende (engl. „End ofWaste“, kurz „EoW“) auszugehen ist. Diese Frage stellt sich auch beiVerfahren des chemischen Recyclings. Das gesetzlich nicht definierte chemische Recycling stellt neben demmechanischen Recycling und der energetischen Verwertung eine weitereMöglichkeit zur Kreislaufführung vonKohlenstoffendar, indemdurch chemische Umwandlungsprozesse aus dem Abfall ein Ausgangs- bzw. Grundstoff erzeugt wird, welcher dann als Einsatzstoff in der Wertschöpfungskette verwendet werden kann. Technisch kann sich das chemische Recycling in verschiedenen Verfahren vollziehen, etwa im Wege der Pyrolyse, Solvolyse oder Vergasung; wobei es dann bei den einzelnen Technologienwiederumverschiedene Formen geben kann.1Wie z.B. ein im Wege der Pyrolyse erzeugtes Pyrolyseöl in der Wertschöpfungskette zumEinsatz kommen und dortNaphtha (Rohbenzin) ersetzen kann, lässt sich dem Schaubild „Molekularer Baukasten der Petrochemie“ (Abb. 1) entnehmen.

Autoren: Prof. Dr. Kristian Fischer und Dr. Ralf Burgstahler
Autor(en)
Professor Dr. Kristian Fischer
Contentpartner
© Lexxion Verlagsgesellschaft mbH
Publikation
AbfallR 02 / 2022 (März 2022)
Verkaufspreis
€ 32,00