CCU/CCS – CO2-Reduktionsstrategie für die thermische Abfallbehandlung

Das Thema CO2-Abscheidung und CO2-Reduktion ist derzeit ein viel diskutiertes und komplexes Thema. Die Bundesregierung hat das ambitionierte Ziel ausgegeben bis 2045 möchte Deutschland CO2-neutral sein. Die EEW Energy from Waste hat in ihrem jährlich erscheinenden Nachhaltigkeitsbericht das Ziel formuliert, eine ausgeglichene Klimabilanz aufzuweisen und bereits bis 2040 klimapositiv zu sein. Eines der wichtigen Projekte dabei ist die geplante CO2-Abscheidungsanlage am Standort in Delfzijl mit einer Gesamtkapazität von 270.000 Tonnen CO2 pro Jahr.

Die EEW Energy from Waste GmbH betreibt 17 thermische Abfallbehandlungsanlagen (TAB), darunter 15 in Deutschland und jeweils eine im benachbarten Luxemburg und den Niederlanden. Ihre rund 1.250 Mitarbeiter behandeln ca. 5.000.000 Tonnen gemischte Siedlungs- und Gewerbeabfälle sowie kommunalen Klärschlamm, sodass Kunden mit ca. 4.200.000 MWh Prozessdampf und Fernwärme und ca. 740.000 Haushalte mit Strom versorgt werden können.

Durch diesen Prozess wurden im Jahr 2021 ca. 2,1 Mio. Tonnen an fossilen Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) freigesetzt. Der überwiegende Anteil davon stammt aus dem Abfall selbst, nur etwas über 150.000 Tonnen pro Jahr kommen aus dem zugefeuerten Öl und Gas, den in der Rauchgasreinigung eingesetzten Chemikalien, dem selbstverbrauchten Strom sowie der Deponierung eines Teils der Rückstände.

Dem gegenüber stehen jedoch indirekt vermiedene fossile THG-Emissionen durch die Bereitstellung von Produkten. So verdrängt der von der EEW bereitgestellte Strom den zum Teil fossilen, derzeitigen Strommix in Deutschland, Luxemburg und den Niederlanden. Zudem ersetzen die gelieferte Fernwärme und der Prozessdampf Energie, die zuvor meist auf Gas- oder Kohlebasis bereitgestellt wurde. Auch durch das Recycling von Metallen aus den Aschen werden THG-Emissionen eingespart, indem Neuware ersetzt wird. Insgesamt spart die EEW-Flotte so bereits heute mehr THG-Emissionen ein, als sie freisetzt.

Mit steigendem Erneuerbaren-Anteil im Energiemix nimmt dieser Effekt jedoch ab. Die EEW muss deshalb Maßnahmen umsetzen, um auch 2030 noch eine ausgeglichene Klimabilanz zu haben und 2040 sogar klimapositiv zu sein. Dies kann erreicht werden, indem mehr Emissionen vermieden werden, als fossile THG-Emissionen verursacht werden.
Autor(en)
Jörn Jakob
Contentpartner
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Publikation
34. Abfall- und Ressourcenforum (2023) (April 2023)
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