Vergleich von verschiedenen Metallrückgewinnungstechnologien für MVA-Schlacken in der Schweiz

Im Rahmen des Projekts "MetExSlag" wurden vier verschiedene Metallrückgewinnungsanlagen untersucht, um die Metallrückgewinnungsraten, die Metallqualität (bestimmt durch Schmelzausbeuten) und die Restschlackenqualität über Massenbilanzen der Outputströme zu ermitteln. Von jeder Metallrückgewinnungsanlage wurden ca. 100 Tonnen NE-Metalle gesammelt (Qualität Q1) und in einem zweiten Schritt wurden diese Chargen auf einer mechanischen Veredelungsanlage prozessiert (Qualität Q2) und die Ausbeuten bestimmt.

Bei dieser Aufbereitung zeigten sich bei den Q1 Metallen sehr große Unterschiede an noch anhaftenden Schlackenbestandteilen, diese betrugen zwischen 19 und 58 Gew.-%, wobei die elektrodynamische Fragmentierung und die trocken aufbereiteten Fraktionen deutlich höhere NE-Metallgehalte in den Q1-Fraktionen aufweisen. Die Unterschiede in der Effizienz der Metallrückgewinnung in Bezug auf die totalen Metallgehalte der Schlacken sind geringer: 59 - 81 % für Aluminium und 36 - 58 % für Kupfer. Hier zeigte sich, dass eine intensivere mechanische Aufbereitung mit konventioneller Trenntechnik in Kombination mit einer weniger selektiven Metallabscheidung sehr effizient ist.

In der Schweiz ist die Rückgewinnung von Nichteisenmetallen (NE-Metallen) aus Schlacken der Kehricht- bzw. Müllverbrennungsanlagen (KVA bzw. MVA) vor der Deponierung seit mehr als 10 Jahren nach dem Stand der Technik gesetzlich vorgeschrieben (VVEA 2022, AWEL 2016). Die Aufbereitung und die daraus resultierende Metallrückgewinnung und -verwertung haben heute ein hohes Niveau erreicht und der derzeit gültige Grenzwert von 1 Gew.-% NE-Metallen (BAFU 2017) im Korngrößenbereich von 2-16 mm wird zum Teil deutlich unterschritten. Verschiedene neue Technologien tragen zur Entwicklung bei, sodass heute Restschlacken mit vergleichsweise geringen Restmetallgehalten anfallen. In naher Zukunft werden in einigen MVAs Entscheidungen über Schlackenaufbereitungstechnologien getroffen werden. Deshalb wurde im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (BAFU) diese vergleichende Studie der verschiedenen Aufbereitungstechnologien durchgeführt. Der Vergleich umfasst Aufbereitungstechnologien aus dem Trocken- und Nassaustrag mit unterschiedlichen Prozessstufen: konventionelle Technologien wie Brechen, Mahlen, Wirbelstromabscheider und Dichteseparationstische sowie elektrodynamische Verfahren zur Freilegung der Metalle aus den Schlackenkomponenten.
Autor(en)
Urs Eggenberger, Mirjam Wolffers, Gisela Weibel
Contentpartner
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft
Publikation
Recy & Depotech (2022) (November 2022)
Verkaufspreis
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