Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zum Rückbau von Deponien in Brandenburg
Im Rahmen eines COCOON-Projektes wurde im Jahr 2020 von der Universität Kassel, Fachgebiet Ressourcenmanagement und Abfalltechnik eine Studie zur Machbarkeit des Rückbaus von Deponien im Berliner Umland zur Gewinnung von Grund und Boden durchgeführt. In der Fortführung der Machbarkeitsstudie wurden 9 vorausgewählte Standorte im „Speckgürtel“ von Berlin detaillierter im Hinblick auf Lage, Ausdehnung, Ablagerungsvolumen, abgelagerte Abfallarten sowie aktuelle Rückbau- und Entsorgungskosten einerseits und Baulandkosten/potenziellen Erlös andererseits untersucht. Im Ergebnis wurden 3 Altlablagerungen/Deponien identifiziert, an denen ein Rückbau der abgelagerten Abfälle wirtschaftlich sinnvoll sein kann. Eine Empfehlung zur Detailbetrachtung dieser Standorte wurde ausgesprochen. Im nächsten Schritt sollte die jeweilige Gemeinde feststellen, ob sie das Rückbauprojekt weiter planen lassen möchte.
Es soll neben der ökonomischen auch eine ökologische Bewertung des Deponierückbaus ermöglichen. Das LfU stellte sich das Ziel, unter Anwendung dieser Bewertungsgrundlage Rückbauprojekte in Brandenburg zu initiieren. Das LfU hat 2019 als erste Umsetzungsstufe der Universität Kassel 2020 einen Auftrag zur Erarbeitung einer Studie über die finanzielle Machbarkeit von Deponierückbaumaßnahmen erteilt. In dieser Machbarkeitsstudie wurden auf Grundlage von 4 Modelldeponietypen (Bürgermeisterdeponie,
Siedlungsabfalldeponie, Bauschuttdeponie, Industrieabfalldeponie) mit Hilfe von OnToL die im Altlastenkataster (ALKAT) Brandenburgs beschriebenen Deponien im Umkreis von 30 km von Berlin bzgl. der Machbarkeit des Deponierückbaus bewertet. Die möglicherweise geeigneten Standorte wurden überprüft auf Lage (Entfernung) zu Berlin, Entfernung zu einer Siedlungsfläche, Sanierungsstatus sowie Mächtigkeit der Ablagerungen. Für die monetäre Bewertung wurden grobe Klassen des Bodenrichtwertes angesetzt (100 / 200 / 300 EUR/m 2 ). Es zeigte sich bereits in dieser Studie, dass die Größe der Fläche und das zu entsorgende Abfallvolumen eine zentrale Rolle für die Machbarkeit des Rückbaus spielen wird.