Schließung von Stoffkreisläufen durch Separation von Kupferlegierungen mittels Röntgenfluoreszenz-Sortiersystemen

Steigende Rohstoff- und Energiepreise, Exportabhängigkeiten und Versorgungsrisiken bestärken aus ökonomischer und rohstoffpolitischer Sicht das Bestreben nach einem effizienteren Umgang mit Ressourcen (BMU 2020). Insbesondere der Ausbau der Sektoren erneuerbare Energien und E-Mobilität wird in den nächsten Jahren zu einer überproportionalen Nachfrage nach Kupferwerkstoffen führen (Elshaki et al. 2016). Gegenüber Primärkupfer, dessen Gewinnung aufgrund stetig sinkender Erzgehalte immer aufwendiger wird (Rötzer 2021), stellt das Recycling von Kupfer- und Kupferlegierungsschrotten hier eine wesentlich umweltfreundlichere Alternative für die metallerzeugende Industrie dar.

Gemischte Kupfer- und Kupferlegierungsschrotte werden nach dem aktuellen Stand der Technik häufig in der Kupferhütte aufgearbeitet. Trotz ökologischer Vorteile gegenüber der Primärproduktion erfordert die pyrometallurgische Rückgewinnung von Kupfer und dessen Legierungselementen wie z. B. Zink, Zinn oder Nickel einen deutlich höheren Energie- und Kostenaufwand als das Umschmelzen „sortenreiner“ Schrotte. Bei sehr geringen Stückgrößen lohnt sich eine vorgeschaltete manuelle Trennung nach Sorte wirtschaftlich kaum. Eine sensorgestützte Sortierung wird derzeit nicht praktiziert. Vor diesem Hintergrund wurde bei großtechnischen Versuchen eine mehrstufige Separation von genauer spezifizierten Legierungsgruppen mit einem Röntgenfluoreszenz-Sortiersystem erprobt. Die in diesem Beitrag vorgestellten Ergebnisse zeigen, dass durch eine entsprechende Anpassung der Sortierprogramme verschiedene Kupferlegierungen zielgerichtet angereichert werden konnten.
Autor(en)
M. Sc. Max Kölking, S. Heinrichs, M. van der Fels, Dipl.-Ing. Nico Schmalbein, Prof. Dr.-Ing. Sabine Flamme
Contentpartner
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft
Publikation
Recy & Depotech (2022) (November 2022)
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