Grundwasseranreicherung mit entsalztem Meerwasser in Festgesteinsgrundwasserleitern

In dieser Studie wird die Eignung von Festgesteinsaquiferen im östlichen mediterranen Raum zur Nutzung als Speicher von entsalztem Meerwasser untersucht. Hierzu wurden zunächst technische Kriterien als Indikatoren zur Eignung definiert und auf deren Basis eine Voruntersuchung durchgeführt, um anschließend für ausgewählte Aquifere mit numerischen Modellen Bewirtschaftungsmaßzahlen zu quantifizieren. Es zeigt sich, dass eine Reihe von Aquiferen als Speichermedium genutzt werden könnten, dies zum Teil sogar entgegen naheliegender Erwartungen.

1 Motivation Wegen der wachsenden Bevölkerung und des zunehmenden Lebensstandards hat der Wasserbedarf im Nahen Osten in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen und es wird auch in Zukunft erwartet, dass er weiter steigt. Die vielversprechendste Strategie, den steigenden Wasserbedarf in Regionen mit Küstenzugang zu decken, ist die Entsalzung von Meerwasser. Sowohl Israel als auch Jordanien planen künftig in größerem Maße Meerwasser zu entsalzen. Da Entsalzungsanlagen vertragsbedingt ein konstantes Volumen an entsalztem Wasser pro Jahr produzieren, der tatsächliche Wasserverbrauch jedoch variiert, müssen Überschüsse eingeplant und Strategien zu deren Speicherung entwickelt werden. Mit einem zunehmenden Anteil an entsalztem Wasser an den verwendeten Wasserressourcen werden somit auch die Überschüsse steigen. Angesichts des sich wandelnden Klimas ist mit einem Anstieg der Temperaturen vor allem in den Sommermonaten zu rechnen [1], was zu verstärkten Schwankungen im Wasserbedarf führen wird und entsprechend die Thematik der Überschussspeicherung weiter verstärkt. Eine mögliche Option zur Zwischenspeicherung stellt die Verwendung natürlicher Grundwasserleiter als Speichermedium dar (Managed Aquifer Recharge, MAR). MAR hat in den letzten Jahrzehnten ein gesteigertes Interesse sowohl in der Forschung als auch in der Praxis erfahren [2]. Grundwasserleiter können im Vergleich zu Oberflächengewässern große Volumina mit geringen Evaporationsverlusten speichern. Letzteres ist vorallem von Bedeutung, da zunehmend Dürreperioden prognostiziert werden [1].
Autor(en)
Tomy-Minh Trùòng, Lysander Bresinsky, Prof. Dr. Martin Sauter
Contentpartner
© Springer Vieweg
Publikation
WasserWirtschaft 07-08 / 2022 (August 2022)
Verkaufspreis
€ 10,00