Evaluierung von Transfersystemen zur Wasserversorgung von Jordanien und Palästina
Um den zukünftigen Wasserbedarf in Jordanien und Palästina zu decken, müssen neben den Meerwasserentsalzungsanlagen Mega-Wassertransfersysteme gebaut werden, um das Frischwasser zu den Bedarfszentren zu fördern. Diese Studie befasst sich mit der Entwicklung und Dimensionierung von nationalen und regionalen Transferrouten unter Berücksichtigung der bestehenden planungsrelevanten Wassersysteme und Infrastruktur, um prognostizierte Wasserdefizite in 2035 und 2050 auszugleichen.
1 Ausgangssituation Die Region im Nahen Osten gehört zu den wasserärmsten Regionen weltweit. Jordanien mit 10,8 Mio. Einwohnern hat ein Wasserdargebot von etwa 54 Litern pro Person und Tag (berechnet aus [1]). Das Süßwasserdefizit belief sich im Jahr 2020 bereits auf etwa 87 Mio. m3. Nach aktuellen Berechnungen werden 2050 nach Berücksichtigung der potenziellen Wasserdargebots zusätzlich etwa 712 Mio. m3/a an Frischwasser für Jordanien und 605 Mio. m3/a für Palästina für Haushalt, Industrie und Tierhaltung benötigt [1]. Dieser immense Wasserbedarf kann nur durch Meerwasserentsalzungsanlagen (MWE-Anlagen) am Roten Meer und an der Mittelmeerküste gedeckt werden. Über die SALAM-Initiative wurden verschiedene geeignete Standorte für MWE-Anlagen am Mittelmeer identifiziert, neben der bereits in
Vorplanung befindlichen Anlage südlich von Aqaba [2]. Der Infrastruktur ist in der Lage, 635 Mio. m3/a Wasser zu transportieren und zu verteilen (Stand: 2020), welches zu über 90 % von eigenem Grundwasser- und Oberflächenwasser gespeist wird. Etwa 87 Mio. m3/a werden bereits hauptsächlich von israelischer Seite (See Genezareth) importiert, um das Wasserdefizit Jordaniens auszugleichen. Gemäß der geographischen Position der MWE-Anlagen und definierten Verteilungspunkten per Cluster wurden unter Berücksichtigung der vorhandenen Infrastruktur, der Topographie und damit des Energiebedarfs optimale Transferwege bestimmt. Die Dimensionierung und Auswertung der möglichen Alternativen erfolgte anhand der vorhandenen und geplanten WTS in Kombination mit den benötigten Wassermengen für 2035 und 2050. Während für Jordanien ein Wasserdefizit von 386 Mio. m3/a für 2035 und 712 Mio. m3/a für 2050 erwartet wird, beläuft sich der zusätzliche Wasserbedarf für Palästina auf etwa 268 Mio. m3/a und 605 Mio. m3/a in 2035 bzw. 2050 [1]. Die relevanten bestehenden WTS mit den derzeit machbaren Kapazitäten sowie die ausgewählten und optionalen Systeme sind in Tabelle 1 mit den wesentlichen technischen Parametern dargestellt.
Vorplanung befindlichen Anlage südlich von Aqaba [2]. Der Infrastruktur ist in der Lage, 635 Mio. m3/a Wasser zu transportieren und zu verteilen (Stand: 2020), welches zu über 90 % von eigenem Grundwasser- und Oberflächenwasser gespeist wird. Etwa 87 Mio. m3/a werden bereits hauptsächlich von israelischer Seite (See Genezareth) importiert, um das Wasserdefizit Jordaniens auszugleichen. Gemäß der geographischen Position der MWE-Anlagen und definierten Verteilungspunkten per Cluster wurden unter Berücksichtigung der vorhandenen Infrastruktur, der Topographie und damit des Energiebedarfs optimale Transferwege bestimmt. Die Dimensionierung und Auswertung der möglichen Alternativen erfolgte anhand der vorhandenen und geplanten WTS in Kombination mit den benötigten Wassermengen für 2035 und 2050. Während für Jordanien ein Wasserdefizit von 386 Mio. m3/a für 2035 und 712 Mio. m3/a für 2050 erwartet wird, beläuft sich der zusätzliche Wasserbedarf für Palästina auf etwa 268 Mio. m3/a und 605 Mio. m3/a in 2035 bzw. 2050 [1]. Die relevanten bestehenden WTS mit den derzeit machbaren Kapazitäten sowie die ausgewählten und optionalen Systeme sind in Tabelle 1 mit den wesentlichen technischen Parametern dargestellt.
Autor(en)
Dipl.-Ing. Maria Scheday, Gibran Zarzar
Contentpartner
© Springer Vieweg
Publikation
WasserWirtschaft 07-08 / 2022 (August 2022)
Verkaufspreis
€ 10,00