Innovative Konzepte zur großskaligen Meerwasserentsalzung im Nahen Osten
In Israel und Jordanien müssen weitere großskalige Meerwasserentsalzungsanlagen zur Reduzierung des zukünftigen regionalen Wasserdefizits realisiert werden. Trotz der räumlichen Nähe ergeben sich in den beiden Ländern unterschiedliche Herausforderungen in der Umsetzung. Im Rahmen der SALAM-Initiative wurden innovative Konzepte erarbeitet, die den unterschiedlichen Besonderheiten Rechnung tragen. In dieser Studie werden Konzepte zur Offshore-Entsalzung diskutiert. Darüber hinaus werden Konzepte zur Kombination von Meerwasserentsalzung mit erneuerbaren solaren Energien standortspezifisch für Jordanien vorgestellt.
1 Hintergrund und Motivation Wasserknappheit ist im Nahen Osten ein zunehmendes Problem und kann zu sozialem und wirtschaftlichem Stress führen. Im Falle Jordaniens und Palästinas werden die öffentlichen und industriellen Frischwasserdefizite im Jahr 2050 voraussichtlich 1 300 Mio. m³/a betragen, wie die SALAM-Initiative aufzeigt [1]. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sind großskalige Meerwasserentsalzungsanlagen (MWE-Anlagen) an den regionalen Küsten unerlässlich. Im Kontext des zu erwartenden Ausbaus von erneuerbaren Energien in der Region kommen hierfür marktreife membranbasierte und thermische Entsalzungstechnologien in Frage. Ein wachsendes Umweltbewusstsein und ein potenzieller Konflikt um Land müssen in der Findung regional spezifischer Lösungen berücksichtigt werden. Standortspezifische Einordnung
Israel verfügt derzeit über fünf großskalige membranbasierte (MWE-Anlagen) an der Küstenlinie, die rund 590 Mio. m³ Frischwasser pro Jahr produzieren. Hierdurch ist Israel weltweitführend im Bau und Betrieb von großtechnischen Entsalzungsanlagen. Die spezifischen Wasserkosten liegen zwischen 0,54 $/m³ und 0,86 $/m³, wobei die neu geplante Anlage Sorek II mit einer Kapazität von 200 Mio. m³/a eine Senkung der Wasserkosten auf 0,45 $/m³ garantiert [2]. Obwohl der Energiebedarf von MWE-Anlagen im Laufe der letzten Jahrzehnte aufgrund des technologischen Fortschritts signifikant gesunken ist, stellt die Implementierung weiterer Anlagen eine große Herausforderung dar. Verfügbare Industriefläche insbesondere im Küstenbereich ist knapp und teuer, was auf das Bevölkerungswachstum und auf eine zunehmende Urbanisierung zurückzuführen ist. Diese Engpässe führten bereits zu öffentlichem Widerstand gegen eine neue Entsalzungsanlage im Norden Haifas in Israel.
Israel verfügt derzeit über fünf großskalige membranbasierte (MWE-Anlagen) an der Küstenlinie, die rund 590 Mio. m³ Frischwasser pro Jahr produzieren. Hierdurch ist Israel weltweitführend im Bau und Betrieb von großtechnischen Entsalzungsanlagen. Die spezifischen Wasserkosten liegen zwischen 0,54 $/m³ und 0,86 $/m³, wobei die neu geplante Anlage Sorek II mit einer Kapazität von 200 Mio. m³/a eine Senkung der Wasserkosten auf 0,45 $/m³ garantiert [2]. Obwohl der Energiebedarf von MWE-Anlagen im Laufe der letzten Jahrzehnte aufgrund des technologischen Fortschritts signifikant gesunken ist, stellt die Implementierung weiterer Anlagen eine große Herausforderung dar. Verfügbare Industriefläche insbesondere im Küstenbereich ist knapp und teuer, was auf das Bevölkerungswachstum und auf eine zunehmende Urbanisierung zurückzuführen ist. Diese Engpässe führten bereits zu öffentlichem Widerstand gegen eine neue Entsalzungsanlage im Norden Haifas in Israel.
Autor(en)
Daniel Janowitz, Janis Schmitt, Dr.-Ing. Süleyman Yüce
Contentpartner
© Springer Vieweg
Publikation
WasserWirtschaft 07-08 / 2022 (August 2022)
Verkaufspreis
€ 10,00