Bewirtschaftungsplan und Maßnahmenprogramm der FGE Ems

Am 22. Dezember 2020 wurden die Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme 2021 – 2027 für die Flussgebietseinheit Ems veröffentlicht. Bis zum 22. Juni 2021 hat die Öffentlichkeit die Möglichkeit, dazu Stellung zu nehmen. In den Plänen sind der aktuelle Zustand der Gewässer sowie die erforderlichen Maßnahmen zur Erreichung des guten Zustands dokumentiert.

Die ca. 17.800 km² große Flussgebietseinheit (FGE) Ems umfasst Teile Niedersachsens, Nordrhein-Westfalens und der Niederlande. Sie schließt alle ostfriesischen Inseln von Borkum bis Wangerooge und die angrenzenden Küstengewässer mit ein. 13 % der Fläche des Flussgebiets liegen auf niederländischem Staatsgebiet. Die Ems ist ein ausgeprägter Tieflandfluss im äußersten Nordwesten Deutschlands. Sie entspringt in der Senne im Osten der Westfälischen Bucht und fließt auf 371 km durch die
ausgedehnten Niederungsgebiete des Norddeutschen Tieflands bevor sie bei Emden in den Dollart und schließlich in die Nordsee mündet. Die wichtigsten Nebenflüsse sind
Hase und Leda, wichtige Schifffahrtsstraßen sind Ems, Dortmund-Ems-Kanal, Küsten- und Mittelandkanal. Mit 3,6 Mio. Einwohnern ist das Emseinzugsgebiet vergleichsweise dünn besiedelt – die größten Städte sind Münster, Osnabrück und das niederländische Groningen. Die höchsten Erhebungen im Einzugsgebiet bilden die südöstlich gelegenen Ausläufer des Teutoburger Waldes, ausgedehnte Wald- oder Heideflächen finden sich kaum. Die ehemals weiträumigen Moor- und Niederungsgebiete wurden im Zuge umfangreicher Landkultivierungsmaßnahmen im letzten Jahrhundert systematisch entwässert, die Gewässer ausgebaut und begradigt und mit zahlreichen Bauwerken zur Abflussregulierung versehen. So werden heute mehr als drei Viertel der Flächen landwirtschaftlich genutzt. Hinzu kommt der Strukturwandel in der Landwirtschaft, der zu einer starken Aufstockung und lokalen Konzentration der Viehhaltung geführt hat. Im Ergebnis sind heute nahezu sämtliche Gewässer im Emsgebiet stark mit Nährstoffen belastet und morphologisch erheblich verändert – mit entsprechend negativen Folgen für die Gewässerökologie.
Autor(en)
Sandra Groth
Contentpartner
© Springer Vieweg
Publikation
Wasser und Abfall 03 / 2021 (März 2021)
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