Abbaubare Kunststoffe unter nicht optimierten Umweltbedingungen

Plastik in der Umwelt hat sich zu einem der bedeutendsten und am meisten wahrgenommenen Umweltprobleme entwickelt. Viele Bestrebungen, etwa das Verbot von Einwegkunststoffen, höhere Kunststoffrecyclingraten oder Biokunststoffe, versuchen dieses Problem zu lösen. Doch gerade Biokunststoffe werden sehr kontrovers diskutiert. Der Zerfall von Kunststoffen in Fragmente und die biologische Abbaubarkeit hängen stark von den Umgebungsbedingungen des Kunststoffes ab. Kompostierbare Kunststoffe werden also nicht zwangsläufig ebenso gut in Gewässern abgebaut. Über Zeitdauer von Zerfall und biologischen Abbau kompostierbarer Kunststoffe in natürlichen Gewässern sind kaum Informationen vorhanden. Heimkompostierbare und EN13432 zertifizierte Kunststoffe wurden für 4,5 bzw. 10 Monaten in ei-nen Gartenteich gehängt und untersucht. Es wurde kein Zerfall oder Abbau beobachtet.

Haupteinsatzgebiet von abbaubaren Kunststoffen sind Sackerl, Verpackungsfolien und andere Einwegkunststoffe, wobei in Österreich vor allem EN 13432 zertifizierte Bioabfall-Sackerl sowie für die Heimkompostierung zertifizierte Obst- und Gemüse-Sackerl von Bedeutung sind. Pro Jahr werden mehr als 100 Millionen stärkebasierte Bioabfall-Sackerl verkauft. Das Vorkommen von abbaubaren Kunststoffen in Bioabfall sowie Zerfall von EN 13432 zertifizierten Sackerln während technischer Kompostierung und deren generelle biologische Abbaubarkeit unter definierten Bedingungen wurde bereits untersucht (Rauscher et al 2017). Über das Vorkommen von Biokunststoffen in der Natur und deren Abbau-Verhalten unter den jeweiligen nicht optimierten Bedingungen sind jedoch kaum Informationen vorhanden.
Autor(en)
Dipl.-Ing. Sabine Lenz, Johannes Mayerhofer, Dipl.-Ing. Gudrun Obersteiner
Contentpartner
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft
Publikation
Recy & Depotech (2020) (November 2020)
Verkaufspreis
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