Recyclingpotentiale in der Bauindustrie
Ressourcenverknappung, Mangel an Deponievolumen, Importabhängigkeit, sowie vorschreitender Urbanisierungsgrad, welcher diese Problematiken zunehmend ver-stärkt, sind derzeitige Problemstellungen, auf welche das Bauwesen einen immensen Einfluss hat. So ist der Bausektor beispielsweise für 60 % der weltweiten Rohstoffgewinnung (Bribian et al. 2011), sowie 40 % der verursachten CO2-Emissionen verantwortlich (WGBC 2016).
In Österreich entfiel der Anteil der Bau- und Abbruchabfälle auf etwa 17 % des Gesamtabfalls im Jahr 2015 (BMNT 2017) – etwa 40 % der gesamten Abfallmenge, wenn Aushubmaterialien nicht berücksichtigt werden – anzumerken ist hier, dass starke lokale Divergenzen zu verzeichnen sind. Die Schaffung von Materialkreisläufen, und Förderung der Wiederverwendung durch geeignete Maßnahmen, verbessern nicht nur die oben genannten Probleme der materiellen und räumlichen Knappheit, sondern sind auch im Sinne der Abfallhierarchie gemäß (E-PREU 2008) beziehungsweise der Nationalen Umsetzung (AWG 2002) anzustreben und sollte vor allem im urbanen Raum gefördert werden, wie (Brunner 2011) zeigt. Es besteht jedoch meist keine Kenntnis über die genaue materielle Zusammensetzung. Zurzeit versucht man dies mit Hilfe von Schad- und Störstofferkundung vor dem Gebäuderückbau zu eruieren, mit welcher die Abfallströme grob abgeschätzt werden können. Da es jedoch den Abbruchunternehmen obliegt zu bewerten, ob ein Material so Rückgebaut/Abgebrochen werden kann, um dem Recycling zugeführt werden zu können, wird meist nur das notwendigste getan, um den gesetzlichen Rahmen einzuhalten. Wichtig ist daher eine Materialdokumentation (Markova & Rechberger), für welche sich Building Information Modelling (BIM) anbietet, und wie (Honic et al. 2019) gezeigt haben nicht nur die semi-automatische Dokumentation der Materialzusammensetzung ermöglicht, sondern auch eine Abschätzung des Abfallaufkommens und Recyclingraten erlauben. Ebenso ist eine Bewertung der End of Life Performance, mit welcher man sowohl die Materialeffizienz, als auch den Aufwand, welcher für einen verwertungsorientierten Rückbau betrieben werden muss beurteilen kann, empfehlenswert. Das hier zur Anwendung kommende Bewertungskonzept weist die Kategorien: Rückbau, Trennung und Verwertung auf.
Autor(en)
DI Stefan Schützenhofer
Contentpartner
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft
Publikation
Recy & Depotech (2020) (November 2020)
Verkaufspreis
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