Erkundung und Sanierung der Altlast ST 32 „Halde Schrems“ in der Gemeinde Frohnleiten
In Schrems bei Frohnleiten wurden im Bereich eines ehemaligen Bergbau- und Hüttenstandorts Untergrund- und Grundwasseruntersuchungen durchgeführt.
KURZFASSUNG: In Schrems bei Frohnleiten wurden im Bereich eines ehemaligen Bergbau- und Hüttenstandorts Untergrund- und Grundwasseruntersuchungen durchgeführt. Die Untersuchungen ergaben sehr hohe Bodenbelastungen durch Blei und Zink, sowie untergeordnet durch Cadmium und Quecksilber. Hohe Bleigehalte konnten auch in Gemüseproben nachgewiesen werden, die aus belasteten Hausgärten stammten. Eine Expositionsabschätzung und Risikoanalyse ergab eine mögliche gesundheitlich relevante Schadstoffaufnahme durch spielende Kleinkinder auf bleibelastenden Flächen sowie durch den Verzehr von Gemüse aus bleibelasteten Beeten. Beide Risiken waren als nicht tolerierbar zu beurteilen und die betroffenen Flächen wurden daher als Altlast ausgewiesen. Als Sanierungsmaßnahme wird derzeit in den Hausgärten der betroffenen Liegenschaften der Oberboden entfernt und durch nichtkontaminiertes Material ersetzt. 1 EINLEITUNG Die bergbaulichen Tätigkeiten im Raum Schrems lassen sich bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Zur Blei- und Silbergewinnung wurden die lokalen Blei-Zinkvorkommen des Grazer Paläozoikums abgebaut; vornehmlich an Schwarzschiefer gebundener silberführender Bleiglanz, Zinkblende und andere komplexere Kiesvererzungen. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts konzentrierte sich die Abbautätigkeit vor allem auf die unmittelbar oberhalb des heutigen Ortszentrums von Schrems gelegene südliche Talflanke des Talbachs. Dort befand sich bis 1874 mit dem Josefibau auch die bedeu-tendste Abbaustätte (Weber 1990). Ausgehend vom Stollenmundloch des Josefibaus befindet sich an der Talflanke ein heterogen aufgebauter Haldenkörper aus Abraummaterial sowie aus Schlacken der nahegelegenen Schmelzhütte, die bis Mitte des 19. Jahrhunderts betrieben wurde. Auch der Hang nördlich des Talbachs ist mit Haldenmaterial bedeckt, das aus den Stollenmundlöchern kleinerer Abbaue gefördert wurde. Teilweise wurde Haldenmaterial für Planierungszwecke auch andernorts in Schrems verwendet bzw. wurde das Material durch Hochwasserereignisse verfrachtet.
Autor(en)
Gernot Döberl, M. Schröttner
Contentpartner
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft
Publikation
Recy & Depotech (2020) (November 2020)
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