Thermische Metallgewinnung aus Tertiärabfällen
In einem speziell entwickelten pyrometallurgischen Verfahren werden feinkörnige, feinstverwachsene Rückstände aus einer mechanischen Shredderrückstandsaufbereitungsanlage, welche sehr geringe Metallgehalte aufweisen, weiterbehandelt. Dabei wird Anlagentechnik der Metallurgie auf innovative Art mit modernster Technik der thermischen Abfallverwertung verbunden.
KURZFASSUNG: In einem speziell entwickelten pyrometallurgischen Verfahren werden feinkörnige, feinstverwachsene Rückstände aus einer mechanischen Shredderrückstandsaufbereitungsanlage, welche sehr geringe Metallgehalte aufweisen, weiterbehandelt. Dabei wird Anlagentechnik der Metallurgie auf innovative Art mit modernster Technik der thermischen Abfallverwertung verbunden. Auf diese Weise wird das Ausbringen von Kupfer und Edelmetallen aus Rückständen, welche ohne die Nutzung der darin enthaltenen Metalle bisher deponiert oder verbrannt wurden, maximiert. Zudem werden als Nebenprodukte ein mineralisches Bauprodukt/Bindemittel sowie Zinkstaub produziert und die in den Rückständen enthaltene Energie durch Verstromung und Bereitstellung von Prozessdampf und Nah- bzw. Fernwärme für bestehende Anwendungen genutzt. Die Großindustrielle Umsetzung dieses neuartigen Verfahrens wird nach der bereits erfolgten UVP-Genehmigung und der derzeit laufenden Detailplanung in den nächsten 2-3 Jahren erfolgen.
1 EINLEITUNG
Am Standort Ennshafen in Oberösterreich betreibt Bernegger seit 2006 die weltweit modernste Shredderrückstandsaufbereitungsanlage (SRA-Anlage). Im Wesentlichen werden sehr spezifische metall- und kunststoffhaltige Abfälle – v.a. Sekundärabfälle von Shredderanlagen – in einem mehrstufigen mechanischen Aufbereitungsprozess behandelt. Dabei werden aus den Abfällen wertvolle, sortenreine Rohstoffe (Metalle, Kunststoffe) rückgewonnen. Bei der Aufbereitung fallen zwei relevante Stoffströme an, welche ökologisch bzw. ökonomisch nicht sinnvoll weiter mechanisch aufbereitet werden können. Diese Fraktionen (Flusen und Sand) werden derzeit in Österreich verbrannt bzw. deponiert. Da in diesen Rückständen jedoch immer noch geringe Anteile an Wertstoffen wie Edelmetalle, aber unter anderem auch weitere als kritische Rohstoffe eingestufte Metalle enthalten sind, wurde ein internes Forschungsprojekt gestartet mit dem Ziel, die Rückgewinnung dieser Wertstoffe im industriellen Maßstab zu gewährleisten.
Autor(en)
Kurt Bernegger, H. Lugmayr, Manuel Riedl, C, Mlinar
Contentpartner
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft
Publikation
Recy & Depotech (2020) (November 2020)
Verkaufspreis
€ 5,00 oder im Premium-Abonnement enthalten