Kooperatives Auenmanagement im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue
Um im Überschwemmungsgebiet der unteren Mittelelbe die zum Teil konfligierenden Interessen von Hochwasserschutz, Naturschutz und Landwirtschaft in Ausgleich zu bringen, hat ein auf sechs Jahre angelegtes Förderprojekt des Landes Niedersachsen, bearbeitet von der Biosphärenreservatsverwaltung Niedersächsische Elbtalaue, neue stark regionalisierte Partizipations- und Kommunikationsstrukturen entwickelt. Für die Freihaltung ausgewählter Uferpartien, die für den schadlosen Hochwasserabfluss besondere Bedeutung haben, werden verschiedene mechanische Verfahren und Beweidungsprojekte entwickelt und erprobt, die den besonderen Anforderungen der hier betroffenen Natura-2000-Gebietskulisse gerecht werden können.
Im Zeitraum zwischen August 2002 und Juni 2013 kam es an der Elbe in dichter Folge zu mehreren extremen Hochwasserereignissen, die drängende Fragen nach Möglichkeiten der Verbesserung des Hochwasserabflusses aufwarfen. An der unteren Mittelelbe im Bereich des Biosphärenreservats Niedersächsische Elbtalaue stand zunächst die Wirkung der Auengehölze als potenziell den Abfluss hemmende und damit Hochwasserscheitel erhöhende Strukturen im Focus.
Es erfolgten in den ersten Jahren vielerorts spontane und z. T. planerisch unzulänglich unterlegte Gehölzrückschnitte, die der besonderen naturschutzfachlichen Bedeutung der Auwälder als Lebensraumtypen gemäß FFH-Richtlinie nicht ausreichend Rechnung getragen haben.
Erst die Modellierungen des Abflussgeschehens durch die Bundesanstalt für Gewässerkunde [5] und der darauf aufbauende „Rahmenplan Abflussverbessernde Maßnahmen an der Unteren Mittelelbe" [4] schafften valide fachliche und methodische Grundlagen für das gesamte Spektrum denkbarer Möglichkeiten zur Abflussverbesserung. Dazu gehört auch der Rückschnitt von Ufergehölzen an bestimmten Engstellen des Abflussprofils in Verbindung mit den naturschutzrechtlich geforderten Kohärenz-sichernden Maßnahmen.
Die rezente Aue der Unteren Mittelelbe ist im niedersächsischen Abschnitt Teil der Natura-2000-Gebietskulisse, bestehend aus dem EU-Vogelschutzgebiet „Niedersächsische Mittelelbe" und dem FFH-Gebiet „Elbeniederung zwischen Schnackenburg und Geesthacht". Ein günstiger Erhaltungszustand ist hier nicht nur für die Auwald-Lebensraumtypen (von denen der die Weichholzaue prägende Silberweiden-Auwald (LRT 91E0*) als prioritärer Lebensraumtyp eine besondere Bedeutung hat), sondern auch für die FFH-Lebensraumtypen der Gewässer und des Offenlandes (z. B. artenreiches Grünland, Hochstaudenfluren) sicherzustellen. In einer Managementplanung sind die entsprechenden Ziele und abgestimmte Maßnahmen zu deren Erreichung darzulegen.
Für die Erhaltung der Offenlandschaft in der rezenten Aue insgesamt wie auch für die Nachsorge der aus Gründen des Hochwasserschutzes freigestellten Uferpartien kommt der Landwirtschaft eine entscheidende Bedeutung zu. Sie arbeitet angesichts der bestehenden Schadstoffkontaminationen im Überschwemmungsgebiet allerdings unter erheblichen betrieblichen Risiken. Die aktuellen Bewirtschaftungsempfehlungen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Uferpartien der Gewässer auszuzäunen sind, was wiederum die Etablierung neuer Gehölzriegel fördern kann und einer Nachsorge dauerhaft offen zu haltender Uferpartien entgegensteht.
Es erfolgten in den ersten Jahren vielerorts spontane und z. T. planerisch unzulänglich unterlegte Gehölzrückschnitte, die der besonderen naturschutzfachlichen Bedeutung der Auwälder als Lebensraumtypen gemäß FFH-Richtlinie nicht ausreichend Rechnung getragen haben.
Erst die Modellierungen des Abflussgeschehens durch die Bundesanstalt für Gewässerkunde [5] und der darauf aufbauende „Rahmenplan Abflussverbessernde Maßnahmen an der Unteren Mittelelbe" [4] schafften valide fachliche und methodische Grundlagen für das gesamte Spektrum denkbarer Möglichkeiten zur Abflussverbesserung. Dazu gehört auch der Rückschnitt von Ufergehölzen an bestimmten Engstellen des Abflussprofils in Verbindung mit den naturschutzrechtlich geforderten Kohärenz-sichernden Maßnahmen.
Die rezente Aue der Unteren Mittelelbe ist im niedersächsischen Abschnitt Teil der Natura-2000-Gebietskulisse, bestehend aus dem EU-Vogelschutzgebiet „Niedersächsische Mittelelbe" und dem FFH-Gebiet „Elbeniederung zwischen Schnackenburg und Geesthacht". Ein günstiger Erhaltungszustand ist hier nicht nur für die Auwald-Lebensraumtypen (von denen der die Weichholzaue prägende Silberweiden-Auwald (LRT 91E0*) als prioritärer Lebensraumtyp eine besondere Bedeutung hat), sondern auch für die FFH-Lebensraumtypen der Gewässer und des Offenlandes (z. B. artenreiches Grünland, Hochstaudenfluren) sicherzustellen. In einer Managementplanung sind die entsprechenden Ziele und abgestimmte Maßnahmen zu deren Erreichung darzulegen.
Für die Erhaltung der Offenlandschaft in der rezenten Aue insgesamt wie auch für die Nachsorge der aus Gründen des Hochwasserschutzes freigestellten Uferpartien kommt der Landwirtschaft eine entscheidende Bedeutung zu. Sie arbeitet angesichts der bestehenden Schadstoffkontaminationen im Überschwemmungsgebiet allerdings unter erheblichen betrieblichen Risiken. Die aktuellen Bewirtschaftungsempfehlungen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Uferpartien der Gewässer auszuzäunen sind, was wiederum die Etablierung neuer Gehölzriegel fördern kann und einer Nachsorge dauerhaft offen zu haltender Uferpartien entgegensteht.
Autor(en)
Prof. Dr. Johannes Prüter, Ortrun Schwarzer
Contentpartner
© Springer Vieweg
Publikation
WasserWirtschaft 11 / 2019 (November 2019)
Verkaufspreis
€ 10,00