Einsatz von Geogittern beim Deponiebau – Aspekte kurzfristiger und langfristiger Standortsicherheit

Geogitter aus Kunststoffen sind noch relativ neu in ihrer Anwendung und wurden vor noch nicht einmal 40 Jahren, Anfang der 1980er-Jahre, in der Form von "gestanzten und gezogenen Geogitter" sowie als „Bündel aus polyethylenbeschichteten Polyesterfasern“ von verschiedenen Herstellern entwickelt [1]. Das Prinzip der Geogitter ist jedoch schon viel älter.

So wurden „Geogitter" bereits vor ca. 4.000 Jahren beim Bau von pyramidenartigen Stufentempel Zikkurat durch die Hochkulturen Mesopotamiens verwendet. Eine Zikkurat fand Eingang ins Alte Testament als Turmbau zu Babel. Die gestuften Tempeltürme wurden aus ungebrannten Ziegel im Inneren und im Außenbereich aus gebrannten Ziegel erstellt. Nach fünf oder sechs Ziegelschichten wurden „Geogitter" aus geflochtene Schilfmatten gelegt, die der untersten Schicht des nächsten Pakets Halt gaben und diese am Auseinanderrutschen hinderten. Eingebaute Lüftungsschächte ermöglichten die Restfeuchtigkeit aus dem Inneren zu entfernen und damit die Verformbarkeit der Ziegel zu verringern. In einem Teil der Schächte wurden armdicke Schilftaue verlegt, die zusätzliche Anker bildeten. Die Zikurats hatten an der Basis Seitenlängen von bis zu 105 m und eine Höhe von bis zu 50 m [2]. Die Zikkurat von Tschoga Zanbil im heutigen Iran, hat immerhin noch eine Höhe von ca. 25 m. Nachfolgend werden die Anwendungsmöglichkeiten von Geogittern im Deponiebau betrachtet, sowie welche Beiträge für die Standortsicherheit einer Deponie von den heutigen modernen Geogitter erwartet werden können.
Autor(en)
Andreas Maier
Contentpartner
© Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft
Publikation
Deponieforum 2018 (März 2018)
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