Alternatives Konzept zur Deponierung PFC-haltigen Massenabfällen
Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) sind sehr stabil, ubiquitär vorhanden und in der Umwelt, im Menschen, in Tieren und Pflanzen sowie in Nahrungsmitteln nachweisbar. Einige PFC-Verbindungen weisen eine signifikante Öko- und Humantoxizität auf und stehen im Verdacht, kanzerogen zu sein.
Während für die Reinigung von PFC-belastetem Grund- und Trinkwasser bereits effiziente Verfahren zur Verfügung stehen, sind die Reinigungstechnologien für PFC-haltige Massenabfälle nur teilweise anwendbar. Als Alternative zur teuren und hinsichtlich ihrer Aufnahmekapazität begrenzten Deponierung bietet sich die Errichtung von Landschaftsbauwerken an, die den betroffenen Städten, Gemeinden und Landkreisen eine sichere Ablagerung PFC-haltiger Massenabfälle mit deutlichem Einsparpotenzial und Kostensicherheit bietet.
2. Einleitung
Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) oder genauer per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) umfassen eine große Gruppe von mehr als 3.000 Einzelverbindungen. Diese werden seit den 1950er Jahren bis heute ausschließlich synthetisch hergestellt und dienen als Tenside und Oberflächenschutz für bestimmte Industrie- und Verbraucheranwendungen. Die PFC sind wasserlöslich, einige davon wie beispielsweise PFOS gehören zu den PBT-Stoffen. Das heißt, dass diese persistent, bioakkumulativ und toxisch sind. PFC sind ubiquitär vorhanden und in der Umwelt, im Menschen, in Tieren und Pflanzen sowie in Nahrungsmitteln nachweisbar.
Im Jahr 2006 wurde in Nordrhein-Westfalen ein Umweltskandal aufgedeckt, der auf die Ausbringung eines PFC-haltigen Abfallgemischs als vermeintlicher Bodenverbesserer auf Ackerflächen zurückgeführt werden konnte. Seither wurden mit Hilfe systematischer Untersuchungen zahlreiche weitere PFC-Schäden entdeckt, die meistens durch Löschmittelschäume oder Ablagerungen von PFC-haltigen Abfällen verursacht wurden. Der flächenmäßig größte Schaden Deutschlands befindet sich derzeit in Mittelbaden, wo PVC-haltiger Kompost ausgebracht wurde und rund 775 Hektar Ackerland sowie angrenzende Trinkwasser mit dieser Schadstoffklasse belastet sind.
Autor(en)
Dr. Hans-Georg Edel, Dirk Grüneberg
Contentpartner
© Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft
Publikation
Deponieforum 2019 (März 2019)
Verkaufspreis
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