Biologisch abbaubare Werkstoffe (BAW) und Mikrokunststoffe – Problem oder Lösung?
Zertifiziert biologisch abbaubare Werkstoffe (BAW) werden aufgrund ihrer chemischen Struktur in industriellen Kompostieranlagen vollständig durch natürlich vorkommende Mikroorganismen zu Kohlendioxid und Biomasse abgebaut. Durch den vollständigen biologischen Abbau verbleibt kein Mikroplastik im Kompost. Der Einsatz von BAW-Beuteln kann zu einer Verringerung der Fehlwurfrate beitragen, da weniger nicht-abbaubare, konventionelle Beutel zur Sammlung von organischen Abfällen im Haushalt verwendet werden. Somit leisten BAW einen Beitrag bei der Vermeidung von Mikroplastikpartikeln im Kompost.
Konventionelle Kunststoffe zeichnen sich durch sehr gute Haltbarkeit und einfache Nutzung und Verarbeitung aus, weshalb sie in vielen Bereichen des heutigen Lebens nicht mehr wegzudenken sind. Jedoch gibt es Anwendungen, da ist genau diese Haltbarkeit oder eine mangelnde mechanische Recyclingfähigkeit ein Problem. Von besonderer Bedeutung hierbei sind Eintragswege in die Umwelt, bei denen eine vollständige Entfernung des Makro- und insbesondere Mikroplastiks nicht mehr möglich ist. Wie in der „European Strategy for Plastics in a Circular Economy“ der EU Kommission hervorgehoben, könnten biologisch abbaubare Materialien eine Lösung anbieten. Dies gilt jedoch nur für Applikationen, bei denen die biologische Abbauarbeit einen nachgewiesenen Vorteil und Nutzen bringt. Ein möglicher und in der Öffentlichkeit zunehmend diskutierter Eintragsweg von Mikroplastik in die Umwelt ist durch Fehlwürfe im Kompost, da dieser dann zur Bodenverbesserung ausgebracht wird. Der Nutzen von zertifiziert kompostierbaren Bioabfall-Beuteln zur Sammlung kompostierbarer Abfälle im Haushalt ist bereits in mehreren Studien dokumentiert. Im Folgenden wird der Wissensstand bezüglich der vollständigen biologischen Abbaubarkeit im Kompost dargestellt.
Autor(en)
Dr. Katharina Schlegel
Contentpartner
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Publikation
Biomasse-Forum (2018) (November 2018)
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