Arzneimittel-Wirkstoffe: Toleranzwerte als Orientierung für Trinkwasserversorger

Die in Arzneimitteln enthaltenen Wirkstoffe sind zum Teil in Abwässern, Flüssen und Seen aber auch im Grund- und Trinkwasser nachweisbar – zumeist im Spurenbereich und daher gesundheitlich unbedenklich. Konzentrationen von Arzneimittel-Wirkstoffen im Trinkwasser sind in Österreich nicht von der Trinkwasser-Verordnung erfasst. Um Trinkwasserversorgern eine Orientierung zu geben, welche Menge eines Arzneimittel-Wirkstoffes im Wasser enthalten sein darf, um als gesundheitlich unbedenklich zu gelten, haben Experten des österreichischen Umweltbundesamtes maximal tolerierbare Konzentrationen abgeleitet.

Von Antibiotika über Blutdrucksenker bis zu Psychopharmaka ermittelten Experten die jeweiligen Toleranzwerte für 90 Arzneimittel-Wirkstoffe und Stoffwechselprodukte im Trinkwasser. (01.02.2018) Die Ermittlung der Toleranzwerte folgt einer Leitlinie des österreichischen Gesundheitsministeriums für Säuglinge sowie Erwachsene und basiert auf toxikologischen Kennzahlen. Von Antibiotika über Blutdrucksenker bis zu Psychopharmaka ermittelten die Experten die jeweiligen Toleranzwerte für 90 Arzneimittel-Wirkstoffe und Stoffwechselprodukte. Dabei wurden die Werte für jene Wirkstoffe berechnet, bei denen der Verbrauch besonders groß ist oder deren Eigenschaften der Umwelt besonders zu schaffen machen, da sie langlebig, wasserlöslich und mobil sind, wie beispielsweise Hormone. In einer Studie, die in Zusammenarbeit mit der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit AGES entstanden ist, hat das österreichische Umweltbundesamt 2016 erstmals umfassend den aktuellen Verbrauch an Arzneimittel-Wirkstoffen von 24 wichtigen Medikamenten-Gruppen erhoben und aktuelle Untersuchungen über ihr Vorkommen in der Umwelt zusammengetragen. Aufbauend auf den Ergebnissen haben die Experten des Umweltbundesamt-Labors dieses Jahr einen innovativen Screeningtest entwickelt, mit dem verschiedene Arzneimittel-Wirkstoffe im Trinkwasser, aber auch in Grund- und Oberflächengewässern sowie im Abwasser nachgewiesen werden können. Mit dem neuen Test können auf Anhieb 90 Substanzen detektiert werden. Auch ein Nachweis der genauen Konzentrationen im Nanogramm pro Liter-Bereich ist möglich. Die Studie ist kostenlos von der Website des Umweltbundesamtes abrufbar: www.umweltbundesamt.at Unternehmen, Behörden + Verbände: Umweltbundesamt GmbH (Spittelauer Lände 5; 1090 Wien/Österreich) Autorenhinweis: Sabine Enzinger Fotos/Montage: Martin Boeckh
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Entsorga Newsletter 1/2018 (Februar 2018)
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