Ist die private und kommunale Entsorgungswirtschaft für die Umsetzung der Gewerbeabfallverordnung gerüstet?

Die private Entsorgungswirtschaft ist auf die Umsetzung der Gewerbeabfallverordnung grundsätzlich vorbereitet. Es wäre auch absurd, etwas anderes zu unterstellen, da die private Wirtschaft davon lebt, Abfälle aufzubereiten und möglichst hochwertig zu verwerten und in Stoffkreisläufe zurückzuführen. Die neue Gewerbeabfallverordnung wird von vielen privaten Unternehmen, insbesondere vom Mittelstand, jedoch kritisch gesehen.

Es wird einiges an neuer Bürokratie auf die Unternehmen zukommen. Auch der Vollzug wird gefordert sein. Solange die Verbrennungspreise relativ hoch sind, werden Entsorgungsbetriebe automatisch versuchen, die zu verbrennenden Mengen möglichst zu reduzieren. Sollten die Preise wieder sinken, ist es mehr als zweifelhaft, ob dadurch tatsächlich gewährleistet werden kann, dass mehr Abfälle als bisher ins Recycling gehen. Wir befürchten, dass sich die neuen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft, aber auch für den Vollzug als nicht praktikabel und als insgesamt zu aufwendig herausstellen werden. In diesem Zusammenhang ist bedauerlich, dass die Information über das Inkrafttreten der Verordnung überwiegend den Entsorgern überlassen wird. Das Überbringen der mit Aufwand und Umstellungen, und damit für viele verbundenen schlechten Nachrichten an die Abfallerzeuger sollte strukturiert über Behörden und IHK erfolgen. Grundsätzlich könnte das Ziel der Gewerbeabfallverordnung, dem Wirtschaftskreislauf Sekundärrohstoffe aus recyclingfähigen Abfällen in einem größeren Ausmaß wieder
zu zuführen, einfacher und effektiver erreicht werden.
Autor(en)
Henry Forster
Contentpartner
© Lexxion Verlagsgesellschaft mbH
Publikation
AbfallR 04 / 2017 (Juli 2017)
Verkaufspreis
€ 32,00