Wie „Big Data“ auf die Verkettung von Strom und Wasser durchschlagen

Energie- und Wasserverbrauch sind eng miteinander verbunden. Echtzeit-Datenmanagement ermöglicht es, die Informationen hierzu mit Businesssystemen für Finanzen, Logistik und Geodaten zusammenzuführen, mit deutlichen wirtschaftlichen Erfolgen.

Wasser und Energie sind untrennbar miteinander verkettet. Um ihre Kunden versorgen zu können, stützen sich Wasser- und Klärwerke auf ganze Armadas von Pumpen und andere Anlagen, die meist ständig laufen. Häufig summiert sich der Stromverbrauch auf 30 % ihrer Betriebskosten, und diese Zahl steht an zweiter Stelle gleich nach den Personalkosten. Wasserversorger sind meist die größten oder zweitgrößten Energieverbraucher der Region. Der jährlich für die Aufbereitung und Weiterleitung von Wasser und Abwasser verbrauchte Strom macht in den USA rund 3 % des Energieverbrauchs im Land aus. Thames Water, der Wasserversorger für London, bedient mehr als 15 Mio. Kunden und verbraucht in etwa 2 % des gesamten Stroms in Großbritannien. Steigende Energiekosten, neue Umweltvorschriften und sinkende Budgets veranlassen viele Versorgungsunternehmen, wie auch Industrieunternehmen mit hohem Wasserverbrauch, mit Hilfe digitaler Technologien das Zusammenspiel von Wasserverbrauch, Service und Energieverbrauch zu optimieren. Durch die Feinabstimmung vorhandener Prozesse oder mit Hilfe prädiktiver Analysetechniken finden große Wasserverbraucher Möglichkeiten, ihre Kosten und auch ihren Anteil am Kohlendioxidausstoß zu reduzieren, ohne dass sie größere Umbauten oder neue Hardwareinvestitionen vornehmen müssten. Zwar verwenden Wasserversorger und große Wasserverbraucher seit Jahren SCADA-Systeme und Automatisierung zur Steuerung ihrer Betriebsabläufe, aber der Wandel hin zu digitaler Analytik markiert einen fundamentalen Wendepunkt in der Industrie. Wasserversorger werden sprichwörtlich in der Lage sein, mit weniger mehr zu erreichen, wenn sie erst einmal den Nutzen von Datensystemen und Software auszuspielen wissen.
Autor(en)
Gary Wong
Contentpartner
© Springer Vieweg
Publikation
Wasser und Abfall 04 / 2017 (April 2017)
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