Trennung von Biogut mit der Doppelrotormühle – Bedeutung für die Kaskadennutzung in energetischer und stofflicher Verwertung

Gemischter Bioabfall stellt in seiner saisonal und regional unterschiedlichen Zusammensetzung eine erhebliche Herausforderung für die Verarbeitung und Entsorgung dar. Die aktuell unterschiedlichen Behandlungsstrategien und deren hohe Anlagenintensität in diesem Bereich der Abfallwirtschaftsbetriebe zeigen zugleich das Spektrum der Möglichkeiten, aber auch die aktuellen Grenzen der Nutzung von Bioabfall auf. Zusätzlich verengen DüMV-Novelle und BGK-Grenzwerte nachvollziehbar (und sinnvoll) den Vermarktungsspielraum für Biogut bzw. treiben die Qualitätsanforderungen für Düngemittelherstellung und Erdenwirtschaft nach oben.

Doppelrotormühlen – als Untergruppe der Hammermühlen – sind in der Abfallwirtschaft bereits seit langem im Einsatz, um biogene Fraktionen vor allem von Verpackungen und Störstoffen zu reinigen. Ihre Entwicklung geht zwar auf das Prinzip der Prallmühle zurück, die Aufgaben in der Abfallentsorgung fügten dieser Technologie jedoch einen wichtigen Aspekt hinzu, den der Trennung. Mit der klassischen einrotorigen Hammermühle wird vornehmlich die Zerkleinerung angestrebt, indem ein Medium mit frei schwingenden, rotierenden Hämmern durch ein Sieb mit definierter Lochung getrieben wird. Die Doppelrotormühle hingegen nutzt auch scherenden Kräfte, um mit den massiven Hämmern (40 Stück à 3,5 Kilo) das eingebrachte Gut im Bereich des ersten Rotors zu entpacken, ohne aber eine zu hohe und unerwünschte Zerkleinerungswirkung zu entfalten. Der zweite Rotor übernimmt das Gut vom ersten und trennt biogene Fraktion und Verpackung mittels des spezifischen Gewichts der Fraktionen. In der Regel wird die auf diese Weise separierte Anorganik-Fraktion nachfolgend noch einmal mit einer Schnecke entwässert bzw. wertvolle flüssige Organik zurückgehalten.
Autor(en)
Thomas Runde
Contentpartner
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Publikation
29. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum (2017) (Mai 2017)
Verkaufspreis
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