Wertstoffhöfe als Beitrag zum nachhaltigen Recycling in Berlin

Die einschlägigen Gesetze und Verordnungen verpflichten den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger, nicht aber den privaten Abfallerzeuger, den Anteil der stofflich recycelten Fraktionen von den überlassenen Abfällen zu steigern oder einer höherwertigen Stufe der Abfallhierarchie zuzuführen. Der örE kann zwischen verschiedenen Abfallerfassungs- und Behandlungsverfahren wählen, um die abfallwirtschaftlichen Zielvorgaben zu erreichen. In dem folgenden Beitrag werden verschiedene Möglichkeiten verglichen, die dem örE zur Verfügung stehen. Der Wertstoff- oder Recyclinghof ist eine dieser Möglichkeiten der Erfassung.

Die Begriffe Wertstoffhof oder Recyclinghof werden in diesem Beitrag synonym für kommunale Annahmestellen für haushaltsnahe Abfallarten und Abfallqualitäten benutzt. In Deutschland gibt es noch weitere Begriffe für diese Form des Bringsystems. In Berlin ist die Bezeichnung Recyclinghof gebräuchlich. Daher wird fortan auch nur noch vom Recyclinghof gesprochen. Auf den Recyclinghöfen werden also Abfälle erfasst, deren Herkunft die privaten Haushaltungen oder sonstigen Herkunftsbereiche sind. Ferner können die Recyclinghöfe bestimmte gewerbliche Abfälle annehmen. Den Leistungsumfang bestimmt mehr oder weniger konkret der örE. Für die Umsetzung der geforderten Leistungen eines Recyclinghofes ist es unwichtig, ob sich das beauftragte Entsorgungsunternehmen im privaten oder kommunalen Eigentum befindet. Auch ohne Kenntnis der einschlägigen Vorgaben der europäischen Abfallrahmenrichtlinie und des Kreislaufwirtschaftsgesetzes bietet der private Abfallerzeuger gemäß der Abfallhierarchie zuallererst seinen Abfall auf einer Tausch- oder Verkaufsbörse, wie z. B. eBay, an. Erst wenn sich niemand findet, der das Produkt, für das ein Entledigungswille besteht, abnehmen will, wird es dem örE in einem Sammelgefäß, auf dem Recyclinghof oder im öffentlichen Raum überlassen.
Autor(en)
Dr.-Ing. Alexander Gosten
Contentpartner
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Publikation
29. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum (2017) (Mai 2017)
Verkaufspreis
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