Altstoffsammelzentrum Leoben – Funktionelle und konzeptionelle Planung

In der Bezirkshauptstadt Leoben wurde im Frühjahr 2015 ein neues Altstoffsammelzentrum eröffnet, das in Kapazität und technischer Ausgestaltung den Anforderungen einer modernen, ressourcenorientierten Abfallwirtschaft gerecht wird. Unter der Gesamtkoordination der Stadtgemeinde Leoben – Referat für Umwelt und Tiefbau arbeiteten interne sowie externe Experten, Planungsbüros und die Montanuniversität Leoben eng zusammen. Beginnend mit einer umfassenden Standortsuche und der Diskussion und Auswahl von Kriterien für einen geeigneten Standort im Stadtgebiet wurden Raumordnungskriterien, wie die Erreichbarkeit bzw. verkehrstechnische Anbindung und zukünftige Erweiterungsmöglichkeiten mitberücksichtigt. Die Zusammenführung der Anforderungen an Funktionalität und Platzbedarf sowie einer architektonisch ansprechenden Gestaltung mit intelligentem Verkehrskonzept bildeten die Herausforderungen. Neben der funktionellen Planung waren die Verwendung nachwachsender Baustoffe wie Holz, die Nutzung von Erdwärme zur Gebäudeheizung, die Errichtung einer Photovoltaikanlage zur teilweisen Eigenenergieversorgung und der Betrieb eines Re-use-Shops wesentliche ökologische Kriterien bei der Umsetzung dieses erfolgreichen Projekts.

Der abfallwirtschaftliche Wandel in den letzten Jahren, u.a. hervorgerufen durch gesetzliche Neuregelungen und dem Bestreben Rohstoffe für nachfolgende Generationen zu erhalten und das Wertstoffpotential von Abfällen unter Berücksichtigung von ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten zu nutzen, hat auch auf kommunaler Ebene zur Notwendigkeit der Erneuerung von gemeindeeigener Infrastruktur geführt. Um den Herausforderungen der steigenden Abfallmengen und Komplexität der Abfälle zukünftig besser Rechnung zu tragen, braucht es bürgernahe, modern ausgestattete und funktionelle Sammelzentren, die bedarfsgerecht über großzügige Lager- und Manipulationsflächen verfügen. Die Bezirksstadt Leoben mit ca. 28.000 Einwohnern ist seit 1993 Betreiber eines Abfallwirtschaftszentrums. Mit der Planung und dem Bau eines neuen Altstoffsammelzentrums (ASZ) und der Eröffnung im Frühjahr 2015 konnte ein den Anforderungen des Land Steiermark und den Aspekten der Nachhaltigkeit entsprechender „Ressourcenpark“ geschaffen werden, der den Zielvorgaben einer modernen und zukunftsorientieren Abfall- und Ressourcen(be)wirtschaftung entspricht.
Autor(en)
Alfred Krenn, Dipl.-Ing. Dr. mont. Gernot Kreindl
Contentpartner
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft
Publikation
Recy & Depotech (2016) (November 2016)
Verkaufspreis
€ 5,00 oder im Premium-Abonnement enthalten