Anforderungen an Recycling-Baustoffe und ihre Güteüberwachung für den Straßenbau

Der Einsatz von Recycling-Baustoffen ist heute für den Erd- und Straßenbau in technischen Vorschriften umfassend geregelt. RC-Baustoffe können gleichwertig zu natürlichen und künstlichen Alternativen verwendet werden. Allerdings fehlen klare, bundesweit gültige und praxisgemäße Anforderungen an die Umweltverträglichkeit, die zur Fortentwicklung der Recycling-Industrie dringend benötigt werden.

Als Recycling-Baustoffe (RC-Baustoffe) werden rezyklierte Gesteinskörnungen bezeichnet, die durch Aufbereitung mineralischer Bauabfälle hergestellt werden. Bereits im Jahr 1985 wurden erste Vorschriften für den Straßenbau veröffentlicht. RC-Baustoffe werden somit seit mehr als 30 Jahre hergestellt und verwendet. Die Forschungsgesellschaft für Straßen-und Verkehrswesen (FGSV) beschreibt die abfallwirtschaftliche und politische Bedeutung in ihrem für das Jahr 2016 geplanten, überarbeiteten Merkblatt über den Einsatz von rezyklierten Baustoffen im Erd- und Straßenbau – M RC ausführlich und hebt damit die große Bedeutung der Kreislaufwirtschaft für den Einsatz mineralischer Stoffe im Verkehrswegebau her. Seit 1995 erstellt und veröffentlicht der Kreislaufwirtschaftsträger Bau im zweijährigen Rhythmus Monitoring-Berichte zu Anfall und Verwertung mineralischer Abfälle in Deutschland. Nach der letzten, ausgewerteten Erhebung betrug der Anfall mineralischer Abfälle der Fraktionen Bauschutt und Straßenaufbruch im Jahr 2012 insgesamt 67,0 Mio. t (51,6 Mio. t Bauschutt und 15,4 Mio. t Straßenaufbruch), von denen 55,2 Mio. t Recycling-Baustoffe hergestellt wurden. Beim Bauschutt betrug die Wiederverwendungsquote 78,3 %, beim Straßenaufbruch 96,1 %. Unter Berücksichtigung der rezyklierten Gesteinskörnungen aus den Fraktionen Boden und Steine sowie aus Baustellenabfällen wurde im Jahr 2012 eine Gesamtmenge von 66,2 Mio. t Recycling- Baustoffe hergestellt. Die Aufbereitung erfolgte etwa zur Hälfte in stationären bzw. semimobilen und in mobilen Anlagen. Im Jahr 2012 wurden insgesamt 551,7 Mio. t Gesteinskörnungen hergestellt, die sich wie folgt verteilten: 245,0 Mio. t (44,4 %) Kiese und Sande, 211,0 Mio. t (38,2 %) Natursteine und 29,5 Mio. t (5,4 %) industrielle Nebenprodukte (z. B. Aschen und Schlacken), 66,2 Mio. t (12 %) Recycling-Baustoffe.
Autor(en)
Dipl.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Harald Kurkowski
Contentpartner
© Springer Vieweg
Publikation
Wasser und Abfall 01-02 / 2016 (Januar 2016)
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