Standortbezogene Rechtsfragen bei der Zulassung von Deponievorhaben auf neuen Flächen – Teil 2
Der Beitrag setzt den in der vorangegangenen Ausgabe veröffentlichten ersten Teil mit weiteren Ausführungen zum Planungsrecht und zu ausgewählten naturschutz- und forstrechtlichen Fragen zur Bewältigung von Eingriffen in Natur, Landschaft und insbesondere Bestandsbewaldung fort, die mit einer Zulassung von Deponievorhaben auf neuen Flächen typischerweise einhergehen. Aus Gründen der Einheitlichkeit des Gesamtbeitrags wird die Gliederung hier im Anschluss an diejenige aus Teil 1 fortgeführt.
Planfeststellungsverfahren
für Deponien nehmen regelmäßig viel Zeit in Anspruch. Einzelne
Verfahrensschritte ziehen sich teilweise über Jahre hin. Gleichwohl steht das
Planfeststellungsverfahren unter der verwaltungsverfahrensrechtlichen Maxime
des § 10 S. 2 VwVfG, wonach es einfach, zügig und
zweckmäßig zu führen ist. Die Beachtung dieser die Abfallbehörde treffenden
verwaltungsverfahrensrechtlichen Amtspflichten, deren Verletzung zu auf Schadensersatz
gerichteten Amtshaftungsansprüchen des Deponievorhabenträgers führen können,ist angesichts des vielerorts festzustellenden Bedarfs an
zusätzlichen Deponiekapazitäten wichtig. Mitunter kann sich für Vorhabenträger
auch die Frage nach Rechtsschutzmöglichkeiten stellen, wenn die Behörde das
Zulassungsverfahren ohne sachlichen Grund verschleppt. Die Verwaltung ist
grundsätzlich verpflichtet, über Anträge in allen Fällen so rasch zu
entscheiden, wie es ihr ohne Nachteile für die gebotene Gründlichkeit möglich
ist.Verzögert sich eine antragsgemäße Entscheidung auf Planfeststellung
ohne hinreichenden Grund, so bleibt dem Vorhabenträger die Möglichkeit, über
eine Untätigkeitsklage gemäß § 75 VwGO eine Entscheidung vor Gericht zu
erzwingen. Im Anlagenzulassungsverfahren nach dem BImSchG ist die Zulässigkeit
einer Untätigkeitsklage gemäß § 75 VwGO anerkannt, wenn über einen Antrag auf
Erlass einer Entscheidung verzögert entschieden wird.Das lässt sich auf das Planfeststellungsverfahren für Deponievorhaben
übertragen.
Autor(en)
EMLE Gregor Alexander Franßen, Moritz Grunow
Contentpartner
© Lexxion Verlagsgesellschaft mbH
Publikation
AbfallR 06 / 2015 (Dezember 2015)
Verkaufspreis
€ 32,00