Das verkannte Recyclingpotential der Seltenen Erden – Quantitative Ergebnisse für Neodym in Deutschland –
Das verkannte Recyclingpotential der Seltenen-Erd-Elemente (SEE), im Speziellen von Neodym (Nd) in Deutschland, kann auch als das unbekannte Recyclingpotential betitelt werden.
Ein
Hauptproblem sind die unzuverlässigen verfügbaren Zahlen zu Produktion der SEE
und die Anwendungen von Nd sowie viele Schätzungen, Prognosen und Szenarien, die
teilweise auf unrealistischen Annahmen basieren und folglich zu falschen Ergebnissen
führen. Die Schlagzeilen im Sinne des notwendigen Handy-Recyclings, um die für
die deutsche Wirtschaft so wichtigen Seltenen Erden wieder zu gewinnen, sind
bei genauer Betrachtung oft nicht haltbar und bedürfen der Richtigstellung, um tatsächliche
Potentiale zu erkennen und falsche Anstrengungen rechtzeitig zu stoppen. In
diesem Sinne geht diese Arbeit der Frage nach, welche Neodym-haltigen Produkte eventuell
schon heute für ein Recycling in Deutschland zur Verfügung stehen, ohne dass dies
bekannt ist. Dazu wird eine Dissertation des Autors über die SEE fortgeführt;
im Speziellen über den Bedarf an Neodym für die vier Schlüsselbereiche
Computerfestplatten (HDDs), iPhones (Mobiltelefone), Windenergie und
E-Mobilität (Antriebsmotoren) im Jahr 2010. Auffallend waren damals wie heute
die unzuverlässigen Informationen und Zahlen zu und über die Produktionsmengen
der SEE insgesamt und der einzelnen SE Elemente im Besonderen. Letztlich wurde
aufgrund der vielen damaligen Schlagzeilen, sowohl in wissenschaftlichen
Studien und vor allem in der Presse über die scheinbare Unverzichtbarkeit von
Seltenen Erden für die Windindustrie die Hypothese aufgestellt, dass die vier
genannten Anwendungsbereiche zusammen achtzig Prozent des globalen
Neodym-Angebots beanspruchen. Eine Falsifikation der Hypothese schien
unwahrscheinlich und es wurde vielmehr eine geringe Korrektur der Hypothese durch
reliable und valide Quantifizierungen erwartet. Das Ergebnis war jedoch eine völlige
Falsifikation der Hypothese, indem für diese vier Bereich nur etwa zwanzig Prozent
des globalen Bedarfs an Neodym abgeleitet werden konnte.
Autor(en)
Dr. Volker Zepf
Contentpartner
© Thomé-Kozmiensky Verlag GmbH
Publikation
Recycling und Rohstoffe 8 (2015) (Juni 2015)
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