Presswasserfreie Bioabfallvergärung mit dem KOMPOGAS®- Pfropfenstromverfahren

Die Axpo Kompogas Engineering AG als Pionierin im Bereich der kontinuierlichen Trockenfermentation ist spezialisiert in der Vergärung von kommunalem, gewerblichem und industriellem Bioabfall. Bereits 1991 hat Kompogas ein modulares Anlagenkonzept entwickelt, das die hohen Anforderungen der Abfallbewirtschaftung in Bezug auf Eigenständigkeit, Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Betrieb in vollem Umfang erfüllt. Auf dieser Basis sind weltweit mehr als 75 Kompogas- Vergärungsanlagen installiert worden.

Kompogaspfropfenstromtrockenfermenter– Verfahrensbeschreibung
Der Kompogas-Fermenter wird über einen Zwischenspeicher 24 Stunden kontinuierlich mit aufbereiteten Bioabfällen beschickt. Der Prozessbiologie steht folglich eine stets konstante Menge an abbaubaren Inputmaterial zur Verfügung und der Prozess kann dadurch mit hoher Raumbelastung gefahren werden. Eine kontinuierliche Beschickung verhindert eine partielle Übersäuerung des Prozesses und garantiert einen gleichmäßig hohen Gasertrag. Im liegenden zylindrischen Fermenter bildet sich durch den hohen Trockensubstanz-Gehalt von > 30 % eine pfropfenförmige Strömung. Das langsam laufende Rührwerk hat keine Förderwirkung, es dient lediglich der radialen Substratumwälzung um Gasblasen aus dem Substrat zu lösen und absinkende Schwerstoffe aufzumischen. Die Prozessschritte von Hydrolyse über Säurebildung zur Methanbildung finden nacheinander im Pfropfenstrom statt. Am Fermenter-Austrag werden weitestgehend abgebaute Gärreste ausgetragen, die hoch aktive Mikroorganismen enthalten. Rund ein Drittel der Austragsmenge gelangt über eine interne Impfleitung zur Eintragsseite des Fermenters und wird dem frisch eingetragenen Bioabfall beigemischt um dessen biologischen Abbau unmittelbar zustarten. Die Betriebsweise des Fermenters im thermophilen Bereich ermöglicht eine hohe Gasausbeute bei vergleichsweise kurzer Verweilzeit im Fermenter. Typischerweise beträgt die mittlere Verweilzeit 18 – 21 Tage. Der Fermenter verfügt über verschiedene Sicherheitseinrichtungen, die das System gegen Überdruck, Überfüllung und unzulässige Prozessbedingungen schützen. Dadurch ist das System äußerst betriebs sicher und einfach regelbar.
Autor(en)
Dipl. Ing. Michael Oertig
Contentpartner
© Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft
Publikation
BioabfallForum 2014 (Oktober 2014)
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