Einsatzpotenziale von mineralischen Baustoffen in Theorie und Praxis

In Deutschland fielen im Jahr 2012 insgesamt 192,0 Mio. t statistisch erfasste Mengen an mineralischen Bauabfällen an (Abbildung 1). Die Verwertungsquote von Bauschutt lag bei 95,2 % und die Verwertungsquote von Straßenaufbruch lag bei 98,7 %. Die Verwertungsmöglichkeiten der Recyclingbaustoffe1 hängen dabei von ihren bautechnischen und umweltrelevanten Eigenschaften sowie ihrer stofflichen Zusammensetzung ab. Neben den Ausgangsqualitäten werden die Eigenschaften maßgeblich von der Verfahrensweise beim Abbruch bzw. Rückbau, der Getrennthaltung der Fraktionen und der eingesetzten Aufbereitungstechnik bestimmt [BBS].

Die Beseitigung von Abfällen wurde erstmals im Abfallbeseitigungsgesetz (AbfG) von 1972 bundeseinheitlich geregelt. Im Abfallgesetz von 1986 (AbfG) wurde erstmalig neben der Beseitigung von Abfällen auch die Verwertung und ansatzweise die Vermeidung von Abfällen geregelt. Mit dem Inkrafttreten des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes (KrW-/AbfG) von 1996 wurden die Vermeidung, die Verwertung und die Beseitigung von Abfällen grundlegend neu geregelt. Unter anderem wurde geregelt, wer für die Abfallentsorgung verantwortlich ist (Verursacherprinzip) und wie Abfälle entsorgt werden müssen. Das KrWG wird ergänzt durch eine ganze Reihe von Rechtsverordnungen. Sie dienen in der Regel dazu, die Bestimmungen des KrWG für die verschiedenen Abfallarten zu konkretisieren und zu vervollständigen (z. B. Altholzverordnung – AltholzV). Eine bundeseinheitliche Regelung zum Umgang mit mineralischen Abfällen (u. a.Bauschutt) zur Beseitigung liegt mit der Deponieverordnung (DepV) vor. Eine bundeseinheitliche Regelung zum Umgang mit mineralischen Abfällen (u. a.Bauschutt) zur Verwertung existiert bisher nur in einem Arbeitsentwurf, soll aber zukünftig durch die sogenannte Mantelverordnung geregelt werden.
Autor(en)
Dirk Röth
Contentpartner
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Publikation
27. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum (2015) (April 2015)
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