Strategische Herausforderungen auf dem Weg zur Ressourcenwirtschaft Entsorgungsbranche im Umbruch

Die aktuelle Situation am österreichischen Entsorgungsmarkt ist geprägt von einem hohen Wettbewerb unter den Anbietern, einem anlagenseitigen Auslastungsdruck sowie einem Handeln, das stark von Mengen getrieben ist. Die Unternehmen finden sich innerhalb der Entsorgungswirtschaft in einer enormen Wettbewerbssituation wieder, die allerdings nur geringe Handlungsmöglichkeiten bietet. Preiskampf und fehlende Differenzierung zwingen aber bereits jetzt zu einem Umdenken und Handeln. Neuorientierung, Differenzierung, Stärkung der Marktposition werden in diesem Zusammenhang daher nur einige wenige Schlagwörter sein, die für Entsorgungsunternehmen in Zukunft eine strategische Herausforderung darstellen werden.

Hohe Wettbewerbsintensität, anlagenseitiger Auslastungsdruck und das damit verbundende mengengetriebene Handeln verursachen einen immer schärfer werdenden Preisdruck am Entsorgungsmarkt. Die österreichischen Entsorgungsunternehmen sehen aufgrund ihrer finanziellen Situation und der hohen Branchenrivalität kaum Handlungsoptionen. Märkte werden nur mehr über Mengen gekauft, da Entsorgungsdienstleister kein echtes, für Kunden wahrnehmbares, Differenzierungspotenzial gegenüber ihrem Mitbewerb erkennen. Fehlende Differenzierung einerseits und hohe Verwertungskapazitäten andererseits, zwingen Entsorger zur stetigen Preisanpassung nach unten. Diese negative Preisspirale geht nicht nur zulasten der vieldiskutierten „Qualität“ in der Verwertung, sondern nimmt den Unternehmen wiederum Handlungsoptionen für notwendige F&E Projekte und hemmt eine ganze Branche in ihrer Entwicklungsfähigkeit.
Autor(en)
Univ.-Prof. Dr. Josef Scheff, Mag. Johannes Gastrager
Contentpartner
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft
Publikation
Depotech (2014) (November 2014)
Verkaufspreis
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